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Petition unter den Top 5 bei change.org

Sebastian Schütz
Sebastian Schütz
Foto: omp

BERLIN (KOBINET) Die Petition von Constantin Grosch und Raul Krauthausen für ein Recht auf Sparen und ein gutes Teilhabegesetz hat es unter die Top 5 der bisher bei der Petitionsplattform change.org eingestellten Petitionen geschafft. Das erfuhr kobinet-Redakteur Ottmar Miles-Paul, der mit dem Campaigner Sebastian Schütz von change.org sprach.

kobinet-nachrichten: Sie sind Campaigner bei change.org. Was macht ein Campaigner genau?

Sebastian Schütz: Als Campaigner bei change.org arbeite ich zusammen mit den Petitionsstartern an den Petitionen und unterstütze sie dabei, erfolgreich zu sein. Das reicht von der Arbeit am Petitionstext, am Foto, bis hin zu Petitionsübergaben, wie diese Woche im Bundesminsiterium für Arbeit und Soziales mit Constantin Grosch und Raul Krauthausen. Wir unterstützen die PetitionsschreiberInnen dabei eine Strategie zu finden, um mit ihrem Anliegen auch erfolgreich zu sein.

kobinet-nachrichten: Das Petitionswesen hat in Deutschland ja kräftig zugenommen. Sicherlich auch dank eurer Unterstützung und eurer Arbeit. Laufen wir hier langsam Gefahr, dass es sich verläuft?

Sebastian Schütz: Das denke ich nicht. Wir sehen immer wieder, dass Petitionen erfolgreich sind. Zum Beispiel der geflüchtete Martin, der eingebürgert werden sollte, sich durch die Bürokratie schlagen musste. Seine Mutter hat auf change.org eine Petition gestartet und damit über 109.000 Unterschriften bekommen. Letztendlich hat er von der afghanischen Botschaft ein Dokument bekommen, was seine Identität bestätigte und er konnte eingebürgert werden. Und so gibt es viele Beispiele. Ich erinnere mich auch an den Sommer als ein Photograph Nico Trinkhaus hier aus Berlin eine Petition gestartet hat, weil die Panoramafreiheit abgeschafft werden sollte. Es gab tatsächlich vor den EU-Gremien eine Initiative, dass das Recht auf Photos von Sehenswürdigkeiten zu machen und beispielsweise auf Facebook zu veröffentlichen in Gefahr war. Damit hat er europaweit eine Bewegung angestoßen mit über 550.000 Unterschriften. Das war schneller vom Tisch als man gucken konnte.

kobinet-nachrichten: Wo wir gerade bei Zahlen sind. Constantin Grosch und Raul Krauthausen haben mit ihrer Petition für ein Recht auf Sparen und ein gutes Teilhabegesetz mehr als 280.000 UnterstützerInnen bekommen. Wie ordnet sich das bei euch ein? Ist das viel?

Sebastian Schütz: Das ist wirklich richtig viel. Wir haben heute Morgen noch mal geschaut. Die Petition ist damit unter den Top 5 der Petitionen im deutschsprachigen Raum, was wirklich eine unglaubliche Leistung ist. Wir sehen, dass gerade die Mobilisierung in den letzten Tagen super stark zugenommen hat. Das ist alles andere als normal. Das ist also schon eine unglaubliche Leistung.

kobinet-nachrichten: Wenn ich jetzt den Campaigner frage: Woran kann das liegen, dass diese Petition so gut gelaufen ist?

Sebastian Schütz: Das ist eine super kreative Kampagne, die wir hier gesehen haben. Hier wurde mit Videos und fortwährenden Aktionen gearbeitet. Das ist ja eine Kampagne, die schon seit einiger Zeit über Monate hinweg läuft und was die beiden ausgezeichnet hat, ist einfach auch ein langer Atem. Durchhaltevermögen und der Wille, hier etwas voran zu bringen, auch die tolle Art und Weise wie die beiden immer wieder mit tollen Aktionen wieder Unterstützer mit eingebunden haben. Letztendlich ist es die aktive UnterstützerInnenschaft, die die Petition immer wieder über Twitter und Facebook geteilt und für einen kontinuierlichen Zuwachs gesorgt hat. Somit ist die Petition so groß geworden, wie sie nun auch an Andrea Nahles übergeben wurde.

kobinet-nachrichten: Herzlichen Dank für das Interview und weiterhin gute Petitionen und erfolgreiche Kampagnen.