Werbung:
Banner Fotos für die Pressefreiheit 2020
Hilfsaktion für Hournalist'innen in Afghanistan
Cartoon Phil Hubbe Ausschnitt Rolli liest kobinet
Springe zum Inhalt

Landesprogramm für Wohnen und Pflege im Alter

Cornelia Rundt
Cornelia Rundt
Foto: Sozialministerium Niedersachsen

HANNOVER (KOBINET) Niedersachsens Sozialministerin Cornelia Rundt tritt für die Stärkung der ambulanten Pflege ein, um den Bedürfnissen der Menschen gerecht zu werden. Im April dieses Jahres hat das Niedersächsische Sozialministerium daher das Förderprogramm "Wohnen und Pflege im Alter" gestartet. Die ersten 19 Anträge werden jetzt bewilligt.

"Niedersachsen stellt sich längst den demografischen Herausforderungen. Ein Baustein ist, die ambulante Versorgung gerade auch im ländlichen Raum nach dem Grundsatz 'ambulant vor stationär' deutlich zu stärken. Mit dem Förderprogramm ‚Wohnen und Pflege‘ fördert die Landesregierung deshalb Modellprojekte, die ein Leben zu Hause unterstützen. Damit kommen wir dem Wunsch der meisten Seniorinnen und Senioren entgegen, die solange wie möglich in den eigenen vier Wänden leben wollen", sagte Niedersachsens Sozialministerin Cornelia Rundt.

Im Haushalt des Niedersächsischen Sozialministeriums stehen jährlich eine Million Euro für das Förderprogramm bereit. Zum Start des Programms stehen sogar 1,5 Millionen Euro zur Verfügung. Das Förderprogramm soll bis 2020 laufen. Mit dem Geld sollen alters- und pflegerechte Wohnumfeldbedingungen geschaffen werden. Außerdem werden Handlungsstrategien zum Aufbau von Netzwerken im Wohnquartier gefördert, die eine Wahlfreiheit beim Wohnen und der Pflege im Alter als Alternative zu einer vollstationären Betreuung und Pflege ermöglichen sollen. Ziel der Förderung ist die Umsetzung modellhafter und vorbildlicher Projekte, insbesondere auch im ländlichen Raum.

"Wir müssen heute entscheiden, wie in Zukunft gepflegt werden soll. Politik und Ge­sell­schaft sind verpflichtet, die Wünsche der Menschen aufzugreifen und ihnen ein Altern in Wür­de zu ermöglichen. Dazu brauchen wir ein breites Angebot an Wohn­formen, das den individuellen Bedürfnissen pflegebedürftiger Menschen besser als bisher Rechnung trägt", so Cornelia Rundt, die sich über das große Interesse an dem Programm freut: Insgesamt sind 29 förderfähige Anträge gestellt worden.

Die Ministerin betonte: "Wir stehen am Anfang einer – überfälligen – Weiterentwicklung der Wohnsituationen für pflegebedürftige und hochbetagte Menschen. Ich bin davon überzeugt, dass die Modellprojekte des Förderprogramms ´Wohnen und Pflege` Leuchtturmcharakter für Folgeprojekte haben werden."

Nach den aktuell vorliegenden Zahlen vom Dezember 2013 leben in Niedersachsen 1.650.962 Menschen im Alter ab 65 Jahren. Darunter sind 288.296 pflegebedürftige Menschen und 9.764 Menschen mit eingeschränkter Alltagskompetenz. Im Pflegefall wollen die Deutschen am liebsten in den eigenen vier Wänden wohnen bleiben und nicht ins Pflegeheim oder zu Verwandten ziehen. Das ergab eine repräsentative Umfrage im Auftrag der R+V Versicherung. Demnach gaben mehr als 70 Prozent der Befragten an, einen ambulanten Pflegedienst zu bevorzugen, der sie zu Hause versorgt. Einen Umzug ins Pflegeheim wünscht sich hingegen aktuell nur knapp ein Drittel (30,4 Prozent). Die Untersuchung ergab, dass sich ebenfalls gut 70 Prozent der Befragten wünschen, in den eigenen vier Wänden vom Partner gepflegt zu werden, wobei Männer (75,6 Prozent) diese Variante deutlich stärker in Betracht ziehen als Frauen (66,3 Prozent). Von Kindern oder Angehörigen zu Hause gepflegt zu werden, können sich immerhin 54,6 Prozent der Befragten vorstellen. Auch die Pflege durch eine mit im Haushalt wohnende Pflegekraft kommt für gut die Hälfte der Deutschen (50,8 Prozent) in Betracht. Vor diesem Hintergrund hat das Land ein besonderes Interesse daran, für das Leben im Alter Rahmenbedingungen zu schaffen, die es älteren Menschen – gerade und besonders auch beim Eintritt von Pflegebedürftigkeit – ermöglichen, so lange wie möglich in ihrer gewohnten Umgebung zu bleiben.

HANNOVER (KOBINET) Kategorien Nachrichten

Kurzlink des Artikels: https://kbnt.org/sckmovx