
Foto: VdK NRW
DüSSELDORF (KOBINET)
DüSSELDORF (KOBINET) Der Sozialverband VdK in Nordrhein-Westfalen fordert Renten, die zum Leben reichen. Immer mehr Bürgerinnen und Bürger aus Nordrhein-Westfalen, die mindestens 65 Jahre alt sind oder aus gesundheitlichen Gründen frühzeitig aus dem Arbeitsleben ausscheiden müssen, leben am Existenzminimum. "Die aktuellen Zahlen des Statistischen Landesamts IT.NRW zur Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung sind alarmierend. Vor allem für Frauen reicht die Rente häufig nicht zum Leben", kommentiert der Vorsitzende des Sozialverbands VdK Nordrhein-Westfalen, Karl-Heinz Fries, die gestern veröffentlichten Daten.
Demnach waren in Nordrhein-Westfalen Ende 2014 mehr als 262.000 Menschen auf diese staatlichen Leistungen angewiesen (Ende 2013: 249.668). Dabei lag der Frauenanteil aller Leistungsbezieher bei 54,6 Prozent (142.987) und bei den über 65-Jährigen sogar bei 63,4 Prozent (89.680). Der durchschnittlich gezahlte Grundsicherungsbetrag lag bei 454 Euro. „Leider belegt die neue Statistik unsere Beobachtung, dass sich der Trend zur Armut in Nordrhein-Westfalen ungemindert fortsetzt“, so der VdK-Landesvorsitzende. „Neben Erwerbslosen sowie Alleinerziehenden und ihren Familien sind immer mehr Rentnerinnen und Rentner vom sozialen Absturz bedroht.“
Vor allem bei der Grundsicherung im Alter müssten die Beträge an den realen Bedarf angepasst werden. „Gerade diese Leistungsbezieher sind in besonderem Maße von Preissteigerungen betroffen – etwa für Mobilität oder für Medikamente und Hilfsmittel“, betont Karl-Heinz Fries, der außerdem einen Freibetrag von 100 Euro auf Rentenansprüche und Leistungen aus privater Vorsorge fordert. „Dann käme zum Beispiel die Mütterrente auch tatsächlich bei den Frauen an, die sie finanziell dringend benötigen.“
Für die Zunahme der Altersarmut macht der Sozialverband VdK im Übrigen die Rentenentwicklung der letzten Jahre verantwortlich. „Wenn wir es nicht schaffen, den Sinkflug der Neurenten zu stoppen und das Rentenniveau wenigstens bei 50 Prozent des durchschnittlichen Nettolohns zu halten, haben wir demnächst flächendeckend Renteneinkommen unter dem Grundsicherungsniveau“, warnt Fries. Daher sei insbesondere die dauerhafte Streichung der Dämpfungsfaktoren in der Rentenanpassungsformel erforderlich. „Zudem müssen die derzeitigen Abschläge für Erwerbsminderungsrentner von bis zu 10,8 Prozent abgeschafft werden. Schließlich beantragen die Menschen diese Leistung nicht, um vorzeitig in den Ruhestand zu wechseln, sondern weil sie ernsthaft erkrankt sind und keine andere Wahl haben“, macht der Vorsitzende des Sozialverbands VdK Nordrhein-Westfalen deutlich.




