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Staatssekretär Laumann unter Kritik

Staatssekretär Karl-Josef Laumann
Staatssekretär Karl-Josef Laumann
Foto: Holger Gross

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Foto: Holger Gross

BERLIN (KOBINET)

BERLIN (KOBINET) Auf die Entscheidung von GKV-Spitzenverband und dem Patientenbeauftragten der Bundesregierung, Staatssekretär Karl-Josef Laumann, zur Vergabe der Patientenberatung an die Sanvartis GmbH haben die Mitglieder des Wissenschaftlichen Beirats Prof. Marie-Luise Dierks, Prof. Rolf Rosenbrock, Prof. Dr. Ullrich Bauer und Prof. Dr. Raimund Geene mit scharfer Kritik reagiert. Sie werfen dem Staatssekretär vor, die unabhängige und neutrale Patientenberatung in ein kassennahes Call-Center umwandeln zu wollen.



„Wir sind als Mitglieder des Wissenschaftlichen Beirats entsetzt über die uns völlig unverständliche Entscheidung, die erfolgreiche Arbeit der UPD zu beenden. Die Vergabe an die Sanvartis GmbH entspricht in keiner Weise den Vergabekriterien für eine Unabhängigkeit und Neutralität in der Patientenberatung. Substanzielle Kritikpunkte, die im Beirat vorgetragen wurden und zwingend den Ausschluss dieses Bewerbers zur Folge hätten haben müssen, wurden offenbar ignoriert“, schrieben sie in einer gemeinsamen Presseerklärung.

Die Beiratsmitglieder äußern Verständnis für die Kritik des Ärztekammerpräsidenten Montgomery, nach der die Kassen versuchen, „sich die Beratungsstelle unter den Nagel zu reißen“. Schon seit Jahren seien im Beirat Versuche der Vereinnahmung der Patientenberatung durch die GKV kritisiert worden.

„Weil auch der Bundestag diese Problematik gesehen hat, wurde per Gesetzesänderung entschieden, dass der Vorsitz des Beirats mit erweiterten Befugnissen nunmehr auf den Patientenbeauftragten der Bundesregierung übergehe, mit dem die Vergabe der Patientenberatung abzustimmen sei“, heißt es weiter. „Unsere besondere Enttäuschung gilt nun dem Patientenbeauftragten, Staatssekretär Karl-Josef Laumann. Statt als Vorsitzender des Beirats die Erfolge im Aufbau der unabhängigen und neutralen Patientenberatung zu sichern, polemisiert er seit einigen Monaten gegen die UPD mit dem nunmehr offensichtlich gewordenen Ziel der Umwandlung der unabhängigen und neutralen Patientenberatung in ein kassennahes Call-Center.“