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Zeitzeugeninterviews starten

Bild vom Expert*innen-Workshop
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Foto: bifos

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KASSEL (KOBINET)

KASSEL (KOBINET) "Mein Leben / Meine Geschichte(n) / Meine Selbstbestimmung - Zeitzeugen mit Behinderung erzählen" lautet der Titel eines Projektes des Bildungs- und Forschungsinstituts zum selbstbestimmten Leben Behinderter (bifos). Am vergangenen Wochenende fand der erste ExpertInnenworkshop für Interviewer in Kassel statt, so dass jetzt die ersten Interviews starten können.



Wer in Zeitzeugenportalen nach Geschichten und Erinnerungen von Menschen mit Behinderung sucht, wird leider nicht viele finden. Das bifos Zeitzeugenprojekt, das mit einer Förderung durch die Aktion Mensch möglich wurde, möchte dies ändern. Zukünftige Interviewer*innen haben sich auf einen Aufruf von bifos gemeldet und nahmen nun an einem Einführungsworkshop teil. Dieser wurde zusammen mit dem Zeitzeugenportal „Gedächtnis der Nation“ im Kasseler Zentrum für selbstbestimmtes Leben behinderter Menschen durchgeführt.

Die Interviewer*innen wollen als autobiografische Schatzsucher*innen zum Beispiel erfahren, wie in den 1950er Jahren die Hilfsmittel von behinderten Menschen aussahen, welche Vorurteile Zeitzeugen in den 1960er Jahren erlebten, warum Menschen mit Behinderung in den 70er Jahren ihre eigenen Verbände gründeten oder wie es bei den Verhandlungen zur UN-Behindertenrechtskonvention in New York war? Aber es geht nicht nur um Geschichten aus alter Zeit, sondern um Lebensgeschichten, die uns Heutigen Mut machen. „Wir möchten die Wege und Umwege, aus denen die Selbstbestimmt–Leben Bewegung entstanden ist, verstehen lernen, damit wir uns für die Zukunft gut vorbereitet fühlen“, erklärte Barbara Vieweg vom bifos.

Jörg von Bilavsky, Geschäftsführer des Zeitzeugenportals „Gedächtnis der Nation“ (GDN) führte die Interviewer*innen mit Impulsreferaten, Diskussionen und Übungssequenzen vor der Kamera in die Methode „Oral History“ ein. „Mich hat das große Engagement der Workshopteilnehmer*innen sehr beeindruckt“, sagte Jörg von Bilavsky, „insbesondere ihr Mut, sich bei laufender Kamera als Interviewer oder Zeitzeuge zu erproben.“

In den kommenden 12 Monaten wird das bifos Zeitzeugenprojekt 50 Audiointerviews mit Zeitzeugen führen. Im nächsten Schritt werden 20 weitere Interviews als Videos für Zeitzeugenportale, zum Beispiel das GDN, aufgezeichnet. Die Audiointerviews werden transkribiert und die Texte in Ausschnitten auf der bifos-Website veröffentlicht. Das bifos plant des Weiteren ein Buch mit ausgewählten Interviews.

bifos sucht 50 Zeitzeuginnen und Zeitzeugen, die selber eine Behinderung haben und aus ihrem Leben erzählen wollen. Wir möchten persönliche Lebensgeschichten unter Berücksichtigung der politischen Meilensteine der Behindertenbewegung darstellen und so für kommende Generationen lebendig erhalten.
Weitere Informationen gibt’s unter: http://www.bifos.org/images/pdf/Zeitzeugen.pdf

Kontakt:
Bildungs- und Forschungsinstitut zum Selbstbestimmten Leben Behinderter
(bifos)
Samuel- Beckett-Anlage 6
34119 Kassel
Barbara Vieweg (Geschäftsführerin)
E-Mail: [email protected]
Telefon: 03641 234 795
Andreas Brüning (Projektleiter)
E-Mail: [email protected]
Telefon: 030 5163 8284
Mobil: 0176 5690 3461