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Lebenshilfe: Arbeit möglich machen

Ulla Schmidt
Ulla Schmidt
Foto: Irina Tischer

BERLIN (KOBINET) Arbeit auch für Menschen mit hohem Unterstützungsbedarf möglich machen, fordert heute die Lebenshilfe anlässlich des Europäischen Protesttages für die Gleichstellung behinderter Menschen am 5. Mai und beteiligt sich an bundesweiter Aufklärungskampagne. Ihre Chancen auf dem Arbeitsmarkt sind gleich Null. Sogar eine Tätigkeit in der Werkstatt bleibt ihnen meist verwehrt. Aber auch Menschen mit Behinderung und hohem Unterstützungsbedarf sollen arbeiten können, wenn sie das wollen. „Das Recht auf berufliche Bildung und Arbeit muss ausnahmslos für alle gelten – nicht nur für die Leistungsstarken“, so Bundesvorsitzende Ulla Schmidt. Die Vizepräsidentin des Deutschen Bundestages und frühere Gesundheitsministerin verweist auf die UN-Behindertenrechtkonvention, die für Deutschland seit mehr als sechs Jahren bindend ist und den Zugang zur Arbeit für alle Menschen mit Behinderung vorschreibt.

Davon können Menschen mit Behinderung und hohem Unterstützungsbedarf derzeit nur träumen. Laut Lebenshilfe verbringen rund 27.000 von ihnen den Tag in der sogenannten Tagesförderung. Dort liegt der Schwerpunkt vor allem auf der Pflege und Betreuung. Bildungs- und Arbeitsangebote sind hier rechtlich nicht vorgesehen. Anders als ihre Kolleginnen und Kollegen in der Werkstatt für behinderte Menschen erhalten die Frauen und Männer in der Tagesförderung weder ein Arbeitsentgelt, noch erwerben sie Rentenansprüche. Nur Nordrhein-Westfalen ermöglicht diesem Personenkreis die Beschäftigung in der Werkstatt. Wie viele erwachsene behinderte Menschen mit hohem Unterstützungsbedarf morgens ihr Zuhause gar nicht erst verlassen und von ihren betagten Eltern betreut werden oder an sogenannten tagesstrukturierten Maßnahmen im Wohnheim teilnehmen, ist nicht bekannt. Die Lebenshilfe vermutet hier eine hohe Dunkelziffer.

Bundesvorsitzende Ulla Schmidt: „Diesen Missstand wollen wir nicht länger hinnehmen. Und wir wollen der Öffentlichkeit zeigen, was Menschen mit hohem Unterstützungsbedarf alles können.“  Gemeinsam mit anderen Verbänden und der Aktion Mensch beteiligt sich die Lebenshilfe an der bundesweiten Aufklärungskampagne „Arbeit möglich machen!“ Dazu sind drei kurze Filme mit einer Länge von jeweils gut fünf Minuten entstanden, die sinnstiftende Arbeitsangebote für Menschen mit hohem Unterstützungsbedarf vorstellen. Dabei geht es nicht vorrangig um Leistung, sondern um ein Höchstmaß an Teilhabe.

Da ist die Gruppe aus der Tagesförderstätte der Lebenshilfe Bad Dürkheim, die auf einem Reiterhof die Pferde versorgt und die Ställe ausmistet. Da gibt es die Brezn-Boten mit ihrem Frühstücksservice oder die Reinigungsmannschaft, die beim FC Altona 93 montags nach einem Heimspiel die Sitze säubert. Da werden per Hand Kartons im Bioladen zerrissen und Holzabfälle zu Grill- und Kaminanzünder gespalten. Anschließend packen die behinderten Menschen die Späne in alte Klopapier-Papprollen und bringen ihre Bündel selbst zum Laden, wo sie unter dem Namen „Feuer und Flamme“ verkauft werden.

BERLIN (KOBINET) Kategorien Nachrichten

Kurzlink des Artikels: https://kbnt.org/sadgnr8