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BERLIN (KOBINET)
BERLIN (KOBINET) Die Wahrscheinlichkeit, dass Elektro- und Hybridfahrzeuge in Zusammenstöße mit Fußgängern verwickelt sind, ist um 40 Prozent höher als bei anderen Fahrzeugen. Das ist das Ergebnis einer Untersuchung der britischen Organisation Guide Dog, die nun eine online Petition für sichere Elektro- und Hybridfahrzeuge gestartet hat.
Neben der höheren Unfallwahrscheinlichkeit ist auch die Zahl der tatsächlichen Unfälle, in denen die so genannten „Silent Cars“ im Jahr 2013 verwickelt waren, im Vergleich zum Vorjahr um 54 Prozent gestiegen. Besonders für blinde und sehbehinderte Personen, aber auch für Kinder und ältere Menschen, stellen die Fahrzeuge eine akute Bedrohung der Sicherheit im Straßenverkehr dar. Darauf weist Hilke Groenewold vom Deutschen Blinden- und Sehbehindertenverband (DBSV) hin.
Dieser Bedrohung könnte relativ einfach entgegengewirkt werden, nämlich mit dem Einbau eines akustischen Warnsystems (AVAS). Die Europäische Union hat diesbezüglich eine Verordnung verabschiedet, die AVAS in allen neuen Elektro- und Hybridfahrzeugen festschreibt. Allerdings mit einer sechsjährigen Wartefrist sowie der Möglichkeit für den Fahrzeuglenker, das Warnsystem nach Gutdünken an- und abzustellen. Hier wird das Thema Sicherheit zu einem optionalen Feature, kritisiert der DBSV.
Der Deutsche Blinden- und Sehbehindertenverband hält eine derartige Lösung für inakzeptabel und ist zusammen mit der Europäischen Blindenunion und der Weltblindenunion auf nationaler wie auf internationaler Ebene bemüht, den derzeitigen Entwicklungen in diesem Bereich entgegenzuwirken. Geräuscharme Fahrzeuge stellen nicht nur für blinde- und sehbehinderte Verkehrsteilnehmer eine Gefahr dar – genauso geht für Kinder, wie auch für Menschen mit Lernschwierigkeiten, mit psychischen Störungen, sowie älteren Personen oder allgemein etwas abgelenkte Verkehrsteilnehmer, die zu Fuß unterwegs sind, von einem akustisch unangekündigtem Fahrzeug ein hohe Gefahr aus. Der DBSV bittet daher darum, die Online-Petition, welche an die Vereinten Nationen gerichtet ist, zu unterstützen.




