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GüTERSLOH (KOBINET)
GüTERSLOH (KOBINET) Der Werkstattrat von wertkreis Gütersloh hat gemeinsam mit dem Bildungszentrum Haus Neuland in Bielefeld eine Petition für faire und gleichberechtigte Arbeit für Menschen mit Behinderung entwickelt, die dem Deutschen Bundestag vorgelegt werden soll. Die Petition ist in leichter Sprache abgefasst und fordert mehr Anerkennung für die Arbeit von Menschen mit Behinderungen und bessere Chancen auf dem 1. Arbeitsmarkt. Bis jetzt trägt die Petition bereits 2500 Unterschriften, erfuhr kobinet heute von Jürgen Linnemann, dem Vorsitzenden des Gesamtwerkstattrats des gemeinnützigen Unternehmens.
„Wir hoffen, dass wir viele Menschen mit dieser Petition erreichen. Unsere Arbeit und Leistung in den Werkstätten muss stärker wahrgenommen werden. Vor allem aber sollte sie bundesweit den gleichen Regeln unterliegen“, meint Linnemann. Als pädagogischer Mitarbeiter in Haus Neuland hat Sebastian Hiltner die Erarbeitung der Petition unterstützt. „Es ist schon eine Besonderheit, das Ergebnis politischer Bildung so praktisch und konkret mitzuerleben“, sagt Hiltner.
Die Petition mit Unterschriftenliste liegt im Rathaus Gütersloh, im Tagungszentrum Haus Neuland und weiteren Einrichtungen in Bielefeld und Gütersloh wie beispielsweise den v. Bodelschwinghsche Stiftungen Bethel, Bethel.regional Gütersloh, Lebenshilfe
Kreisvereinigung Gütersloh e.V., Evangelische Stiftung Ummeln, Verein für Körper- und Mehrfachbehinderte e.V., Netzwerk Hörgeschädigte im Kreis Gütersloh sowie den rund 30 Standorten und Tochterunternehmen von wertkreis Gütersloh aus. Darüber hinaus hat wertkreis Gütersloh die Petition per Post und Email an rund 900 Werkstätten in ganz Deutschland verschickt. Somit liegt sie bis zu 300.000 Menschen zur Unterschrift vor.
Die Unterschriftensammlung soll am 6. Mai 2015 beendet sein. Im Juni wird die Petition dem Deutschen Bundestag vorgelegt. Kürzlich war Linnemann im Bundestag zu einem Gespräch über Änderungen der Werkstättenverordnung. Die Rückfahrt mit der Deutschen Bahn wurde für den Rollstuhlfahrer zu einem peinlichen Erlebnis, bei dem er „20 Minuten lang der Buhmann“ war.
Als am 27. Januar um 17:00 Uhr der IC aus Berlin am Gütersloher Hauptbahnhof ankam, war keine Mobilitätshilfe da. Das freundliche Bahnpersonal wollte gerne helfen, hatte aber keine Unterweisung in der Bedienung des Hublifts. „Stattdessen wird – wie hier – eine Verzögerung der Weiterfahrt des Zuges um 20 Minuten in Kauf genommen. Da wird man dann als Rollstuhlfahrer natürlich von allen Menschen im Zug als Hindernis angesehen. Das ist ein sehr unangenehmes Gefühl“, sagt Linnemann.




