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LEIPZIG (KOBINET)
LEIPZIG (KOBINET) Menschen, die gedruckte Schrift nicht lesen können, sollen ihren Bedürfnissen entsprechend einen barrierefreien Zugang zu Informationen und Literatur bekommen – das verlangt nicht allein die UN-Behindertenrechtskonvention, sondern auch der Ansatz der Inklusion. Bibliotheken leisten hier international einen wichtigen Beitrag und die Deutsche Zentralbücherei für Blinde (DZB) einen besonderen.
Von heute bis zum 11. Februar organsiert die DZB in Leipzig ein internationales Treffen der LPD-Arbeitsgruppe innerhalb der Weltorganisation der bibliothekarischen Verbände und Institutionen IFLA. LPD steht für „Libraries Serving Persons with Print Disabilities Section“. DZB-Direktor Prof. Dr. Thomas Kahlisch, deutscher Repräsentant in diesem Gremium, erläutert: „In der IFLA LPD-Gruppe sprechen sich Akteure aus unterschiedlichen Ländern für einen gleichberechtigten Zugang zu Literatur im weitesten Sinne aus, stimmen sich über gemeinsame Standards ab und versuchen Einfluss auf die internationale Politik zu nehmen, um Wissen und Informationen auch seh- bzw. lesebehinderten Menschen zugänglich zu machen.“ Nur fünf Prozent der weltweit veröffentlichten Informationen sind demnach barrierefrei zugänglich. „Da gibt es noch viel zu tun für Politik, Informationsanbieter und auch Bibliotheken. Und alle können von den besten Beispielen, die in der Praxis bereits funktionieren, lernen. Und dafür sind Treffen und der internationale Austausch immer gut“, ergänzt Dr. Thomas Kahlisch.
Das Arbeitstreffen der IFLA LPD-Gruppe findet in den Räumen der DZB statt. Zum dazugehörigen Symposium mit dem Thema „Barrierefreier Zugang zu digitalen Informationen“ treffen sich die Referenten und Teilnehmer aus Südafrika, der Schweiz, den USA, den Niederlanden und Norwegen in der Leipziger Villa Rosental.
Die Deutsche Zentralbücherei für Blinde (DZB) in Leipzig ist Deutschlands älteste öffentliche Spezialbibliothek (seit 1894), die Literatur für blinde und sehbehinderte Menschen anbietet. Die DZB ist nicht nur Bibliothek, sondern zunächst Produktionszentrum für Braille- und Hörbücher, Reliefs oder Noten für Blinde. Dabei ist sie im deutschsprachigen Raum führend. In Deutschland leben rund 1,2 Millionen blinde und sehbehinderte Menschen.




