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BERLIN (KOBINET)
BERLIN (KOBINET) In Berlin und weiteren deutschen Städten wurde heute gegen "Pegida", die selbsternannten Patriotischen Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes, protestiert. 4.000 Demonstranten waren am Kanzleramt gestartet und zogen am Brandenburger Tor vorbei an den auf dem Pariser Platz versammelten 400 Anhängern des Berliner Ablegers "Bärgida". Für ein weltoffenes Dresden gingen wieder Protestler gegen Pegida und deren demagogische Parole "Wir sind das Volk" auf die Straße.
Der Paritätische Wohlfahrtsverband begrüßte die bundesweiten Protestbewegungen gegen die islamfeindliche Bewegung und unterstützte die Demonstration in Berlin, zu der das Bündnis gegen Rassismus unter dem Motto „NoBärgida, NoRacism“ aufgerufen hatte. Mit der Demonstration sollte ein deutliches Zeichen gegen Rassismus und gegen die Instrumentalisierung der Opfer des Anschlags auf die Satirezeitung „Charlie Hebdo“ für rassistische Hetze gegen Muslime gesetzt werden.
„Der Anschlag in Paris war ein fürchterliches, verabscheuungswürdiges Verbrechen. Jetzt rassistische Ressentiments auf Kosten der Opfer zu schüren, ist abstoßend. Was wir brauchen, ist ein deutliches Zeichen des Zusammenhalts, gegen Gewalt und gegen jede Form des Rassismus und der Ausgrenzung“, so Rolf Rosenbrock, Vorsitzender des Paritätischen Gesamtverbandes. „Offenheit, Vielfalt und Toleranz – das sind und waren schon immer die Grundsätze des Paritätischen. Unser Verband wird sich gegen alle Bestrebungen zur Wehr setzen, die diese Werte angreifen wollen. In dieser Gesellschaft darf kein Platz sein für menschenverachtende, demokratie- oder fremdenfeindliche Einstellungen.“
Vor der morgen geplanten Kundgebung „Weltoffenes und tolerantes Deutschland und für Meinungs- und Religionsfreiheit“ am Pariser Platz in Berlin erklärte Christine Lüders, Leiterin der Antidiskriminierungsstelle des Bundes: „Es kann nicht sein, dass die Pegida-Initiatoren mit ihren ‚Trauermärschen‘ unwidersprochen das Gedenken an die Opfer der Pariser Anschläge für ihre eigenen Zwecke missbrauchen. Es ist wichtig am Dienstag in Berlin auf der Straße ein machtvolles Zeichen gegen Hass, gegen Gewalt aber auch gegen Ausgrenzung zu setzen. Und noch wichtiger ist es, den Worten auch Taten folgen zu lassen.“
Islamfeindliche Einstellungen seien in der Beratungsarbeit der Antidiskriminierungsstelle leider immer wieder zu erfahren, so Lüders: „Etwa wenn jungen Frauen wegen ihres Kopftuchs eine Arbeit verweigert wird. Oder wenn Menschen mit arabischem oder türkischem Namen keine Wohnung oder keine Arbeit finden. Auch stellen wir fest: Die Ressentiments der Mehrheitsgesellschaft sind dort am massivsten, wo die Berührung mit Muslimen und Migranten am geringsten ist. Gleichzeitig beobachten wir eine Abwendung junger Muslime von der Mehrheitsgesellschaft überall dort verstärkt, wo Integration verwehrt und Identifikation erschwert wird. Gelungene Integration ist die beste Vorbeugung gegen das Abdriften junger Männer in religiös verbrämte Gewalt.“




