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Vor neuer Ausgrenzung gewarnt

Christine Lüders
Christine Lüders
Foto: ADS

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BERLIN (KOBINET)

BERLIN (KOBINET) Die Antidiskriminierungsstelle des Bundes warnt zum Internationalen Tag der Migranten am 18. Dezember davor, dass durch die sogenannten Pegida-Demonstrationen und durch unsachliche Töne in der Debatte über Flüchtlingsunterkünfte mühsam errungene Fortschritte im Zusammenleben gefährdet werden. „Es darf nicht zu einer neuen Welle der Ausgrenzung von Menschen mit Migrationshintergrund kommen", sagte heute deren Leiterin Christine Lüders in Berlin. Studien belegen, dass stereotypisierende Diskussionen in der Öffentlichkeit der Integration von Migranten und Migrantinnen, aber auch bereits lange in Deutschland lebenden Menschen mit familiären Wurzeln im Ausland, massiv schaden.



„Migration gehört seit vielen Jahrhunderten untrennbar zur Geschichte Deutschlands. Die Leistungen von Migranten haben dieses Land mitgeprägt“, so Lüders. „Auch wenn es längst keinen Unterschied mehr macht, ob jemand Schmidt oder Schimanski, di Lorenzo oder de Maizière heißt, gilt leider noch nicht dasselbe, wenn die Namen auf eine türkische oder arabische Herkunft schließen lassen.“ Diskriminierung aufgrund der ethnischen Herkunft gehört zu den Hauptgründen für Beschwerden bei der Antidiskriminierungsstelle.

„Zu oft sprechen wir über Menschen mit Zuwanderungsgeschichte, als seien sie Außenstehende und reden nicht mit ihnen, sondern bloß über sie. Diese Form der Ausgrenzung ist die Basis für Diskriminierung „, sagt Lüders. Eine von der Antidiskriminierungsstelle in Auftrag gegebene Expertise des Zentrums für Türkeistudien und Integrationsforschung aus dem Jahr 2012 belegt, dass „Diskriminierungserfahrungen von Migrantinnen und Migranten ihre subjektive Integrationsbereitschaft sowie ihre tatsächliche Integration bzw. Teilhabe negativ beeinflussen können.“ Auch bei bereits integrierten Menschen entstehe durch Diskriminierung „das Gefühl, dass ihnen trotz der Integrationsleistungen die Zugehörigkeit verwehrt wird“, so die Forscher.

Vor diesem Hintergrund sei es absolut inakzeptabel, Menschen mit Migrationshintergrund als andersartig und gar als bedrohlich zu charakterisieren – ob gezielt oder unbewusst. „Es ist brandgefährlich, wenn als Antwort auf die Pegida-Demonstrationen oder auf Sorgen von Menschen über Flüchtlingsunterkünfte beispielsweise der Eindruck erweckt wird, Asylbewerber neigten besonders zur Kriminalität und müssten mit eigens geschaffenen Polizeieinheiten unter Kontrolle gebracht werden“, warnt Christine Lüders. „Unsere Gesellschaft hat im Umgang mit Zuwanderung in den vergangenen Jahren große Fortschritte gemacht, die wir nun nicht leichtfertig aufs Spiel setzen dürfen.“

Die Vereinten Nationen haben im Jahr 2000 den 18. Dezember zum Internationalen Tag der Migranten erklärt. In Deutschland leben nach Erhebungen des Statistischen Bundesamtes mehr als 15 Millionen Menschen mit Migrationshintergrund – das ist nahezu jeder Fünfte.