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Einfach stolz sein

Young Disablitiy Pride Tagung 8. November 2014
Young Disablitiy Pride Tagung 8. November 2014
Foto: Irina Tischer

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Young Disablitiy Pride Tagung 8. November 2014
Foto: Irina Tischer

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Young Disablitiy Pride Tagung 8. November 2014
Foto: Irina Tischer

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Young Disablitiy Pride Tagung 8. November 2014
Foto: Irina Tischer

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Young Disablitiy Pride Tagung 8. November 2014
Foto: Irina Tischer

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Young Disablitiy Pride Tagung 8. November 2014
Foto: Irina Tischer

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Young Disablitiy Pride Tagung 8. November 2014
Foto: Irina Tischer

UNBEKANNT (KOBINET) "Kann ich nicht einfach stolz darauf sein, dass es mich gibt?" Auf diesen einfachen Nenner brachte Workshopleiterin Nati Radtke die Diskussionsfrage, wie "man" mit einem Begriff wie "Stolz" umgehen sollte. Rund 50 junge Leute mit Behinderungen waren der Einladung der Interessenvertretung Selbstbestimmt Leben in Deutschland (ISL) zu einer Tagung gefolgt, in der es eineinhalb Tage lang in Räumen der Berliner Humboldt-Universität um das Verständnis von "Disability Pride" ging, berichtet heute ISL.

Bereits zum Auftakt am Freitagabend rappte die „Rampensau“ Graf Fidi dazu bereits „Klartext“ und erreichte ohne Umwege die Bäuche der Zuhörenden. In seinem Song „Klartext“ etwa ging es um die diskriminierende Sprache der Medien und in „Vater und Sohn“ hatte Fidi seine Erlebnisse mit seinem wohlmeinenden Vater verarbeitet, der ihn am liebsten in einem kaufmännischen Beruf und nicht als Rapper gesehen hätte.

Nahrung für den Kopf gab es dann am Samstag: Sigrid Arnade, Geschäftsführerin der ISL, sprach über „Aussonderung, Aufbruch und Aktionen“. In ihrem Vortrag machte sie deutlich, wie sich behinderte Menschen in Deutschland in den vergangenen Jahrzehnten für ihre Gleichstellung und ihre Menschenrechte engagiert haben. Lisa Pfahl, Professorin an der Humboldt-Universität Berlin, stellte anschließend in ihrem Vortrag das Konzept des „Ableism“ vor: „Das englische Wort ‚able‘ bedeutet ‚fähig‘, ‚geeignet‘, ‚befähigt‘ oder ‚begabt‘. Zusammen mit der Endung ‚-ism‘ wird das Adjektiv zu einem Substantiv“, so Pfahl. „Es gibt keine direkte deutsche Übersetzung für Ableism, sowie es auch für Rassismus oder Sexismus nicht ein deutsches Wort gibt. Ableism kann umschrieben werden als Abwertung aufgrund angeblich fehlender Fähigkeiten.“

In fünf Workshops wurde dann am Nachmittag weitergearbeitet: Das Angebot reichte dabei von Yoga, Stolz und Behinderung, Recherchieren für den Gebärdensprach-Atlas über Empowerment bis hin zu Aktivitäten auf der Straße. „Wir haben unsere Zielgruppe sehr genau erreicht“, stellte Sigrid Arnade abschließend fest. „Nach unserer Auftaktveranstaltung im Januar dieses Jahres haben wir diesmal einen gezielten Schwerpunkt bei den Interessen jungen Menschen gesetzt.“ Zum Abschluss des dreijährigen Projektes „Aus Scham wird Stolz!“, das von der Aktion Mensch gefördert wird, soll im Jahr 2015 ein buntes Event stehen. Wie genau das aussehen wird, hat die ISL allerdings noch nicht verraten.

Alle Beiträge der Tagung werden in Kürze auch auf der Seite http://www.disability-pride.isl-ev.de/ nachzulesen sein. Dort ist auch die ISL-Broschüre „Wir sind bunt und frech, mutig und laut – ein Geschichts-Lese-Buch über Scham, Aussonderung, Stolz und Emanzipation“ als barrierefreie pdf-Datei erhältlich. Druckexemplare sind für 1,50 Euro plus Versandkosten bei der ISL-Geschäftsstelle erhältlich.