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30 Jahre OI-Gesellschaft

Dr. Oliver Semler
Dr. Oliver Semler
Foto: Michael Wodak

UNBEKANNT (KOBINET) Die Deutsche Gesellschaft für Osteogenesis imperfecta (OI, Glasknochen) Betroffene e. V. feiert in diesem Jahr ihr 30-jähriges Jubiläum. Aus diesem Anlass findet vom 19. bis zum 22. Juni in Duderstadt eine Tagung statt, zu der ca. 250 Teilnehmer aus der ganzen Republik anreisen werden, unter ihnen Betroffene, Angehörige und Freunde sowie Ärzte und andere beruflich mit diesem Thema Befasste. Wie heute von der Gesellschaft mitgeteilt wurde, wird erstmalig am Freitag ein Ärztesymposium veranstaltet, das von dem Kinderarzt Dr. Oliver Semler geleitet wird.

Ein interdisziplinäres Ärzteteam wird über spezielle Behandlungsmöglichkeiten bei Osteogenesis imperfecta beraten. Unter anderem soll der Frage nachgegangen werden, ob und inwieweit neue medizinische Entwicklungen aus anderen Bereichen der Medizin auf OI-Betroffene übertragen werden können. Die Ergebnisse des Symposiums sollen in der Erarbeitung eines Konsenspapiers münden. Geleitet wird das Symposium von Dr. Oliver Semler. Der Kinderarzt ist selbst von OI betroffen und war maßgeblich am Aufbau der Ambulanz für Kinder mit OI an der Uniklinik Köln beteiligt, in der er seit vielen Jahren arbeitet.

Einen weiteren Höhepunkt der Tagung wird am Samstagvormittag die Vorführung des Films „Body and Bran“ darstellen. Der 90-minütge Kinodokumentarfilm von Thomas Koerner und Hermann Hoebel zeigt eine Fülle von historischem Bildmaterial aus dem
Leben von Dr. Peter Radtke, dem Gründer der Deutschen OI-Gesellschaft. Der Schauspieler und Autor zahlreicher Publikationen ist Mitglied des Deutschen Ethikrates. In der anschließenden Podiumsdiskussion soll beleuchtet werden, inwieweit
diese spezielle Art der Behinderung in den Medien ein Thema ist.

Die Glasknochenerkrankung ist eine angeborene Krankheit, die sich auf verschiedene Bereiche des Körpers auswirkt, aber keinen Einfluss auf die geistige Entwicklung der Betroffenen hat. Der lateinische Name Osteogenesis imperfecta (unzureichende
Knochenbildung), der häufig mit „OI“ abgekürzt wird, weist bereits darauf hin, dass es bei den Betroffenen zu Knochenbrüchen bei geringen Anlässen und zu Verbiegungen der Knochen kommen kann. In Deutschland leben ungefähr 5000 Menschen mit den unterschiedlichsten Ausprägungen dieser Erkrankung, von denen zusammen mit ihren Angehörigen ungefähr 1200 in der Deutschen Gesellschaft für Osteogenesis imperfecta Betroffene e. V. organisiert sind. Vorrangiges Ziel dieses Vereins ist die Betreuung und
Aufklärung der Betroffenen und ihrer Angehörigen, die Förderung und Unterstützung von Aktivitäten zur Erforschung und Behandlung von OI sowie die Aufklärung der Öffentlichkeit über die Probleme der von OI Betroffenen und ihrer Angehörigen.