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TüBINGEN (KOBINET)
TüBINGEN (KOBINET) Die UN-Behindertenrechtskonvention fordert, dass Menschen mit Behinderung aktiv an der Gestaltung von öffentlichen Angelegenheiten beteiligt werden. Welche Kenntnisse und Fertigkeiten sind für die Betroffenen dazu hilfreich? Welches Hintergrundwissen erleichtert es ihnen, ihre Anliegen und Vorschläge konkret und an der richtigen Stelle vorzutragen? Dies und einiges mehr war Thema einer Veranstaltungsreihe an der Volkshochschule Tübingen.
Unter dem Titel „Politik inklusiv – Nichts über uns ohne uns! Politische Teilhabe für Menschen mit und ohne Behinderung“ trafen sich jede Woche im barrierefreien vhs-Gebäude in der Kathrinenstraße circa 12 Personen mit und ohne Behinderungen und befassten sich mit unterschiedlichen Aspekten des Themas. Als Referenten standen aus dem Gemeinderat Dorothea Kliche-Behnke und aus dem Kreistag Andreas Braun zur Verfügung. Der Erste Bürgermeister Michael Lucke und der Erste Landesbeamte Hans-Erich Messner stellten die Arbeitsweisen von Stadt- und Kreisverwaltung vor. Der Behindertenrechtler Ottmar Miles-Paul führte in öffentlichkeitswirksame Arbeitstechniken ein und die Theaterpädagogin Sabine Altenburger trainierte mit der Gruppe Stimme und Körperhaltung.
Beim letzten Treffen zog die Gruppe Bilanz. „Ich habe die Erfahrung aus der Arbeit mit der Theaterpädagogin gleich gut anwenden können“, erklärte Brigitte Duffner. Einen aufdringlichen Anrufer konnte sie mit dem neuen selbstbewussten Umgang mit der Kraft ihrer Stimme in seine Schranken weisen. Und für den Small Talk beim nächsten Neujahrsempfang fühlt sie sich jetzt gut gerüstet, um dort in aller Kürze den richtigen Personen ihre Anliegen vortragen zu können. Veronika Schaible, die seit fast zwei Jahren für das Mobilitätsprojekt des Freundeskreis Mensch e.V. politisch aktiv in Gremien mitarbeitet, stellte vor allem heraus, dass sie jetzt sehr viel besser durchschaut, wie kompliziert manche Dinge in der Politik sind und dass es wichtig ist, sich konkrete Zwischenziele zu stecken und diese konsequent zu verfolgen.
Alle Beteiligten wünschen sich mehr solcher Veranstaltungen, vielleicht in Tübingen auch eine direkte Fortsetzung, um noch mehr Kompetenz zu erwerben. Die Volkshochschule Tübingen hat mit diesem Projekt Neuland betreten und als allgemeiner und gut vernetzter Bildungsträger sich damit ein zentrales Anliegen der UN-Behindertenrechtskonvention zu eigen gemacht: die politische Teilhabe von Menschen mit Behinderungen zu befördern. Konzipiert wurde die Veranstaltungsreihe in enger Kooperation mit dem FORUM INKLUSION. Auch die potentiellen Teilnehmenden waren in einem Planungstreffen frühzeitig in die inhaltliche Ausgestaltung der Reihe mit einbezogen. Bei Bedarf wurden Fahrdienst und Schreibassistenz organisiert. Auch eine geringe Teilnehmergebühr sollte dazu beitragen, die Teilnahme an der Reihe niederschwellig zu ermöglichen. Die Veranstaltung wurde gefördert von der Kreissparkasse Tübingen und von der Aktion Mensch.




