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BOZEN (KOBINET)
BOZEN (KOBINET) Auf großes Interesse stieß bei der rheinland-pfälzischen Inklusionstour die Südtiroler Praxis, dass das Land, die Gemeinden und öffentlichen Körperschaften Erhebungen zur Barrierefreiheit ihrer Gebäude durchführen müssen, berichtet heute kobinet-Reporter Ottmar Miles-Paul in Wort und Bild von seinem IPhone. Die gesetzlichen Regelungen in Südtirol verlangen, dass öffentliche Körperschaften und damit auch die 113 Gemeinden des ca. 500.000 Einwohner zählenden Landes umfassende Erhebungen zur Barrierefreiheit ihrer Gebäude durchführen und Anpassungspläne für die Beseitigung der Barrieren entwickeln. Dies wird vom Amt für Menschen mit Behinderungen koordiniert.
Das Amt hat dafür in Zusammenarbeit mit behinderten Menschen und dem Gemeindeverband einen umfangreichen Fragebogen für die Erhebungen entwickelt. Dieser berücksichtigt auch die Kosten, die für Anpassungen anfallen. Nach dem Gesetz sind die öffentlichen Körperschaften dann verpflichtet, die Anpassungen innerhalb von fünf Jahren vorzunehmen. Auch wenn dies in der praktischen Umsetzung zuweilen schwierig ist, zeigen die gestarteten Initiativen bereits großen Erfolg.
Die Erhebungen und Anpassungspläne werden von Architekten oder Technikern erstellt, die von den Gemeinden und Körperschaften beauftragt sind. Die Einbeziehung behinderter Menschen funktioniere zum Teil ganz gut, sei jedoch noch verbesserungsbedürftig, erfuhren die Gäste aus Rheinland-Pfalz. Das Amt für behinderte Menschen ist für die Koordination der Umsetzung des Gesetzes und der Pläne zuständig.
In Bozen wurde die 35-köpfige Delegation im Sozialministerium von der Landesrätin für Gesundheit und Sport, Arbeit, Soziales und Chancengleichheit, Martha Stocker, empfangen. Die Landesrätin machte deutlich, dass es im Bereich Arbeit und Barrierefreiheit für behinderte Menschen noch einiges zu tun gibt, während das Land in Sachen Inklusion in der Schule bereits auf einem guten Weg ist. Seit 30 Jahren sei es in Südtirol Standard, dass behinderte Kinder in die Schule in ihrer Gemeinde gehen. Dies habe auch in Sachen Barrierefreiheit zur Bewusstseinsbildung vor Ort erheblich beigetragen.
Der Landesbehindertenbeauftragte von Rheinland-Pfalz. Matthias Rösch, übergab der Landesrätin nicht nur einen Staffelstab zur Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention, sondern auch einen Schal des 1. FC Kaiserslautern. Die Mitarbeiterin des Landesbeauftragten Kerstin Steinfurth hatte bei ihrer letzten Urlaubsreise nach Südtirol zufällig in einer Zeitung von der großen Zuneigung der Landesrätin für den derzeitigen 2. Liga Club erfahren. Von FCK-Fans der Delegation wurde die Schalübergabe genauso euphorisch wie von der überraschten Landesrätin aufgenommen. Die Fans des FC Bayern München, der gegen die roten Teufel vom Betzenberg morgen im Halbfinale des DFB-Pokals antritt, hüllten sich indessen in höfliches, wenn auch leicht missbilligendes Schweigen.




