Menu Close
Hinweis: Dieser Beitrag wurde von der alten Website importiert und gegebenenfalls vorhandene Kommentare wurden nicht übernommen. Sie können den Original-Beitrag mitsamt der Kommentare in unserem Archiv einsehen: Link

Besser leben in Nordrhein-Westfalen

Logo des VdK Nordrhein-Westfalen
Logo des VdK Nordrhein-Westfalen
Foto: VdK NRW

1024w, https://kobinet-nachrichten.org/cdn-cgi/image/q=100,fit=scale-down,width=1152/https://kobinet-nachrichten.org/newscoop_images/mU9d2qN4kMAWRgoKBX51fHenPu3VO60rECpFQibDGs8Lcahlt7JzSTjyYIvx.jpg"/>
Logo des VdK Nordrhein-Westfalen
Foto: VdK NRW

1152w, https://kobinet-nachrichten.org/cdn-cgi/image/q=100,fit=scale-down,width=1280/https://kobinet-nachrichten.org/newscoop_images/mU9d2qN4kMAWRgoKBX51fHenPu3VO60rECpFQibDGs8Lcahlt7JzSTjyYIvx.jpg"/>
Logo des VdK Nordrhein-Westfalen
Foto: VdK NRW

1280w, https://kobinet-nachrichten.org/cdn-cgi/image/q=100,fit=scale-down,width=1536/https://kobinet-nachrichten.org/newscoop_images/mU9d2qN4kMAWRgoKBX51fHenPu3VO60rECpFQibDGs8Lcahlt7JzSTjyYIvx.jpg"/>
Logo des VdK Nordrhein-Westfalen
Foto: VdK NRW

1536w" sizes="(max-width: 1024px) 1024px, (max-width: 1152px) 1152px, (max-width: 1280px) 1280px, (max-width: 1536px) 1536px" src="https://kobinet-nachrichten.org/newscoop_images/mU9d2qN4kMAWRgoKBX51fHenPu3VO60rECpFQibDGs8Lcahlt7JzSTjyYIvx.jpg"/>
Logo des VdK Nordrhein-Westfalen
Foto: VdK NRW

DüSSELDORF (KOBINET)

DüSSELDORF (KOBINET) Zu wenig Ärzte, mangelhafte Pflegestrukturen, schlechte Bildungschancen und eingeschränkte politische Teilhabe: Wer in Nordrhein-Westfalen in einem ärmeren Stadtteil leben muss, hinkt bei der sozialen Teilhabe fast automatisch hinterher. Das kritisierte der Vorsitzende des Sozialverbands VdK Nordrhein-Westfalen Karl-Heinz Fries in Düsseldorf.



„Insgesamt stellen wir in unserem Bundesland stark divergierende Lebensverhältnisse fest. Speziell das Ruhrgebiet ist mit seinen fünf Millionen Einwohnern und hochverschuldeten Großstädten die Problemregion Nummer eins der Republik. Dort hat sich in vielen nördlichen Stadtteilen Armut manifestiert. Die Gesundheitsversorgung, der Bildungsstand, aber auch die Lebenserwartung sind eher gering“, erklärte Karl-Heinz Fries. Vor rund 120 Gästen aus Politik, Verwaltung und sozialem Leben in Nordrhein-Westfalen führte Karl-Heinz Fries beim traditionellen Neujahrsempfang des Sozialverbands VdK Nordrhein-Westfalen weiter aus: „Gerade die Ärzteversorgung im Revier wie auch im ländlichen Bereich bereitet uns große Sorge. Während wir in gut situierten Stadtteilen ein Überangebot an Medizinern beobachten, sind Armutsviertel unterversorgt, auch weil dort eben wenige Privatpatienten wohnen. Wenn wir die ärztliche Versorgung für alle gleichermaßen sicherstellen möchten, muss endlich ein Ausgleich bei der räumlichen Verteilung geschaffen werden.“

Karl-Heinz Fries ging im Hinblick auf die im Frühjahr anstehenden Kommunal- und Europawahlen außerdem auf den Zusammenhang zwischen sozialer und politischer Ungleichheit ein: „Immer mehr einkommensschwache und bildungsferne Menschen ziehen sich aus unserer Demokratie zurück. Dabei hat der Wohnort unmittelbare Auswirkungen auf die politische Partizipation: In Stadtteilen mit hoher Arbeitslosigkeit und vielen Hartz-IV-Empfängern liegt die Wahlbeteiligung rund zwanzig Prozentpunkte niedriger als in Vierteln mit wohlhabenderen Bevölkerungsschichten.“ Um diese alarmierende Entwicklung zu stoppen, müssten sozial benachteiligte Menschen für die politische Mitgestaltung zurückgewonnen werden. Für Menschen mit Behinderung oder Leseschwäche sei darüber hinaus der Abbau von Barrieren im Vorfeld und während der Wahl dringend notwendig. „Gelingt keine Trendwende, verbleibt das Wählen bei einer gebildeten, gut verdienenden Bevölkerungsschicht“, mahnte Karl-Heinz Fries.

Auf die Zukunft der Pflege ging Ulrike Mascher, Präsidentin des Sozialverbands VdK Deutschland, in ihrer Rede ein. Sie warnte davor, die längst überfällige Reform der Pflegeversicherung weiter aufzuschieben. „Der Staat muss Pflegebedürftigen und deren Angehörigen ein menschenwürdiges Leben garantieren. Leider hat auch die neue Bundesregierung nur kurzfristige Leistungsverbesserungen für Betroffene in Aussicht gestellt“, stellte Mascher fest und sprach sich unter anderem für die rasche Einführung eines neuen Pflegebedürftigkeitsbegriffs aus, der die Situation von bundesweit rund 1,4 Millionen Menschen mit Altersdemenz verbessern soll. „Die Mehrkosten durch den Umbau der Pflegeversicherung von geschätzt fünf Milliarden Euro jährlich zahlen sich nach unserer Auffassung aus“, betonte Ulrike Mascher. „Denn mit einer besseren Finanzierung von häuslichen und ambulanten Strukturen kann auf Dauer die Angehörigenpflege gestärkt und der Trend zum Heim gebremst werden.“