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Gehörlose Aktivistin Kauppinen erhält heute UN-Menschenrechtspreis

Liisa Kauppinen
Liisa Kauppinen
Foto: Danny Igersky

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Liisa Kauppinen
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Liisa Kauppinen
Foto: Danny Igersky

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Liisa Kauppinen
Foto: Danny Igersky

NEW YORK (KOBINET) Am heutigen Tag der Menschenrechte wird Liisa Kauppinen, Ehrenpräsidentin des Weltverbandes der Gehörlosen (WFD), mit dem UN-Menschenrechtspreis geehrt, mit dem zuvor schon Nelson Mandela, Jimmy Carter, Eleanor Roosevelt und Martin Luther King ausgezeichnet wurden.

„Wir freuen uns außerordentlich über diese Auszeichnung für Liisa Kauppinen. Als Kämpferin der ersten Stunde für die Anerkennung des Rechts auf Gebärdensprache war Kauppinen entscheidend daran beteiligt, dass Gebärdensprachen und Gehörlosenkultur erstmals in einem internationalen Menschenrechtsübereinkommen fest verankert sind. Die Behindertenrechtskonvention ist heute zentral für die Gleichberechtigung gehörloser, schwerhöriger und taubblinder Menschen, in Österreich und weltweit“, erklärte Helene Jarmer, Präsidentin des Österreichischen Gehörlosenbunds (ÖGLB). Der ÖGLB ist dem Weltverband als Mitglied angeschlossen und trug 1995 den Weltkongress unter dem zukunftsweisenden Motto „Towards Human Rights“ in Wien aus.

Ihre Aufgabe habe sehr oft mit Erklären zu tun, so Liisa Kauppinen in einem Online-Interview mit Frontrunners.dk. Sie wird nicht müde zu erklären, dass es mehr als 120 verschiedene Gebärdensprachen weltweit gibt. „Die Mehrheit der Menschen weiß nichts über Gebärdensprachen. Sie haben falsche Vorstellungen, zum Beispiel, dass Gebärdensprache nur die Lautsprache unterstützt. Es kommt auch immer der Einwand, dass eine Gebärdensprache keine Sprache ist, weil sie keine geschriebene grammatikalische Struktur habe. Dann sage ich, dass von 6.000 gesprochenen Sprachen weltweit nur 1.000 eine geschriebene Grammatik haben. Ein anderes Beispiel ist, dass die Menschen glauben, eine einheitliche globale Gebärdensprache wäre besser. Ich frage dann zurück, warum es verschiedene gesprochene Sprachen gibt.“

Liisa Kauppinen war 30 Jahre lang Generaldirektorin des Finnischen Gehörlosenbundes (Kuurojen Liitto ry) und engagierte sich ab 1983 auch im Weltverband der Gehörlosen. Von 1995 bis 2003 stand sie als erste Frau an der Spitze des Weltgehörlosenverbands. Ihre Arbeit wurde mit mehreren Ehrendoktoraten gewürdigt; im vergangenen Jahr auch mit dem Kulturpreis des Deutschen Gehörlosenbunds.

Hintergrund

Der UN-Menschenrechtspreis wird am 65. Jahrestag der Verabschiedung der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte in der UNO-Vollversammlung in New York verliehen. 2013 fällt die Preisverleihung mit dem 20. Jahrestag der Wiener Menschenrechtskonferenz zusammen, bei dem die Menschenrechte durch die Schaffung des UN-Hochkommissariats für Menschenrechte entscheidend gestärkt wurden. Neben PreisträgerInnen wie Anna Sabatova, Gründungsmitglied der „Charta 77“ gegen Menschenrechtsverletzungen in der damaligen kommunistischen Tschechoslowakei und Organisationen wie das Rote Kreuz und Amnesty International wurden auch die UN-Hochkommissare für Menschenrechte Louise Arbour und Sergio Viera de Mello ausgezeichnet. Mehr Information unter http://www.ohchr.org/EN/NewsEvents/Pages/hrprize.aspx

Siehe auch kobinet-Bericht vom 5.12.2013