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Mindestlohn auch in Werkstätten für behinderte Menschen?

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Foto: omp

KASSEL (KOBINET) Wird es auch in den Werkstätten für behinderte Menschen einen Mindestlohn für diejenigen behinderten Menschen geben, die dort arbeiten? Angesichts der intensiven Diskussionen während des Bundestagswahlkampfes und nun auch im Zusammenhang mit dem Koalitionsvertrag zwischen CDU, SPD und CSU zum Thema Mindestlohn fragt sich dies der Geschäftsführer von Mensch zuerst, dem Netzwerk von Menschen mit Lernschwierigkeiten, Stefan Göthling.

"Ich finde es sehr wichtig, dass Menschen einen gerechten Lohn für ihre Arbeit bekommen. Doch wenn ich Diskussionen zum Thema Mindestlohn höre, fehlen mir dabei die vielen Menschen, die in Werkstätten für behinderte Menschen arbeiten. Denn diese bekommen im Durchschnitt nicht einmal 200 Euro pro Monat. Da viele von ihnen weit über 30 Stunden arbeiten, ist dies nicht einmal ein Stundenlohn von zwei Euro", erklärte Stefan Göthling. Bei der Verkündung des Koalitionsvertrages ist Stefan Göthling dann hellhörig geworden als Sigmar Gabriel verkündete, dass dies ein Koalitionsvertrag des kleinen Mannes sei. "Wenn es dabei nicht um die Körpergröße ging, dann muss Sigmar Gabriel die Menschen gemeint haben, die nicht viel verdienen. Dabei hoffe ich, dass er dabei auch die fast 300.000 behinderten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Werkstätten für behinderte Menschen im Blick hat", so Stefan Göthling. Denn es sei etwas anderes, ob man einen richtigen Lohn bekomme oder ob man immer auf Sozialleistungen angewiesen ist. Denn dann dürfe man zum Beispiel nicht viel dazu verdienen und müsse ständig dem Sozialamt Rechenschaft ablegen.

Der Fraktionsvorsitzende der Fraktion der LINKEN im Deutschen Bundestages Gregor Gysi hatte nach der Verkündung des Koalitionsvertrages in hr Info genau diese Frage aufgeworfen. Er fragte, ob den beim Mindestlohn auch die vielen behinderten Menschen mit berücksichtigt sind, die in Werkstätten für behinderte Menschen ihre Arbeit leisten und sehr wenig verdienen. Gerade angesichts der Tatsache, dass das Bundesteilhabegeld im Koalitionsvertrag wieder einmal als Prüfauftrag und nicht als konkret umzusetzen aufgenommen wurde, setzt Stefan Göthling darauf, dass der Status behinderter Menschen in Werkstätten für behinderte Menschen endlich zu gleichberechtigten MitarbeiterInnen geändert wird und dass auch dort der Mindestlohn greift. "Denn wer arbeitet, soll auch einen gerechten Lohn bekommen", damit ist sich Stefan Göthling mit der SPD einig.

KASSEL (KOBINET) Kategorien Nachrichten

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