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Ilja Seiferts Plan B

Ilja Seifert auf dem Alex in  Berlin
Ilja Seifert auf dem Alex in Berlin
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Ilja Seifert auf dem Alex in Berlin
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Ilja Seifert auf dem Alex in Berlin
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Ilja Seifert auf dem Alex in Berlin
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Ilja Seifert auf dem Alex in Berlin
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Ilja Seifert auf dem Alex in Berlin
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BERLIN (KOBINET) Ilja Seifert hat heute seinen Bundestags-Computer abgeschaltet. 16 Jahre lang war der 62-Jährige Abgeordneter des Deutschen Bundestags. Der Berliner, der Barrieren als Mensch, als Rollstuhlfahrer und als Linker zu überwinden hatte, ist kein Bundestagsmitglied mehr. "Er hatte keinen Plan B für diesen Lebensabschnitt, sagt Seifert, aber es klingt nicht larmoyant, es ist einfach eine Feststellung. Sein Listenplatz im Land Sachsen lag zu weit hinten, um in den neuen Bundestag gewählt zu werden. Nun ist er draußen", schreibt heute die Zeitung "Neues Deutschland" über den Mann, dessen Name "fast als Synonym für die Behindertenbewegung der Bundesrepublik gelten kann".  Mit 17 Jahren war er im Urlaub kopfüber in einen Fluss gesprungen und landete auf einer Wurzel. Als man ihn herausholte, war er so schwer verletzt, dass er nie wieder laufen konnte.

Die Zeitung begleitete für ihr Porträt „Drinnen oder draußen“ auf Seite 5 den Sozialpolitiker bei seinem letzten Besuch im Bundestag. Nach 16 Parlamentsjahren kennen mich alle, freut sich Seifert. Natürlich ist er stolz, wenn ihn Lammert, Gauck, Süssmuth, Köhler oder Thierse begrüßen, warum auch nicht? Aber ebenso angenehm findet er das freundliche Lächeln von Uwe Ahlhorn, einem Verwaltungsangestellten des Bundestags, der zur konstituierenden Sitzung vor dem Eingang zur Besuchertribüne über dem Plenarsaal steht und mehr zu tun hat als sonst. Neue Leute, neue Fragen. Ahlhorn ist contergangeschädigt und hat sehr genau verfolgt, was der behinderten- und tourismuspolitische Sprecher der LINKEN getan hat, um für ihn und andere Betroffene bessere Lebensbedingungen zu erreichen. Sehr viel sei das gewesen, findet Ahlhorn. Es gab mehr Geld für Hilfsmittel und die Renten wurden erhöht.

Von 1994 bis 1998 war Seifert kein Abgeordneter, er gründete ein Sachverständigenbüro für barrierefreies Leben und hangelte sich mit Beratertätigkeiten und Lehraufträgen über die Jahre. Rückblickend war auch das eine wichtige Erfahrung, glaubt er. Die Gefahr abzuheben, sei groß im Bundestag. Guten Tag hier, einen schönen Feierabend da, wie geht es, Herr Abgeordneter? Das sollte man nicht mit dem Leben verwechseln, meint Seifert. Er habe erfahren, wie einen Leute von heute auf morgen fallen lassen. Man werde hier vor allem mit Aufmerksamkeit bezahlt.

Auf die Frage nach seinen Zukunftsplänen sagte Ilja Seifert der Reporterin von „Neues Deutschland“, dass er im nächsten Jahr für die Wahlen zum europäischen Parlament kandidieren will. Es gibt also doch einen Plan B.

Morgen fährt Seifert nach Duderstadt. Wie finden Menschen mit Behinderungen in der Öffentlichkeit besser Gehör? Um diese Frage geht es hier bei einer Konferenz, zu der die Bundesarbeitsgemeinschaft Selbstbestimmte Behindertenpolitik der Linken am 26. und 27. Oktober eingeladen hat.