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Wahllokal-Tester machten Station in Kassel

Michael Wahl, Guildo Horn und Petra Groß vor dem Wahllokal-Tester-Bus
Michael Wahl, Guildo Horn und Petra Groß vor dem Wahllokal-Tester-Bus
Foto: omp

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Michael Wahl, Guildo Horn und Petra Groß vor dem Wahllokal-Tester-Bus
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Michael Wahl, Guildo Horn und Petra Groß vor dem Wahllokal-Tester-Bus
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Michael Wahl, Guildo Horn und Petra Groß vor dem Wahllokal-Tester-Bus
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Michael Wahl, Guildo Horn und Petra Groß vor dem Wahllokal-Tester-Bus
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Michael Wahl, Guildo Horn und Petra Groß vor dem Wahllokal-Tester-Bus
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Michael Wahl, Guildo Horn und Petra Groß vor dem Wahllokal-Tester-Bus
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KASSEL (KOBINET)

KASSEL (KOBINET) Die Wahllokal-Tester der Aktion Mensch machten heute auf ihrer Tour in Kassel Station und testeten das Wahllokal von Petra Groß, das sich in der Luisenschule befindet. Nicht nur bei der Presse gab es reges Interesse an der Aktion, sondern auch bei den BundestagskandidatInnen, die an der Veranstaltung teilnahmen.



„Wie barrierefrei wählt Deutschland?“ steht auf dem Bus, mit dem die Wahllokal-Tester von Berlin, über Hamburg, Kassel, München und Köln diese Woche unterwegs sind und der vom Schlagerstar Guildo Horn gesteuert wird. Dieser Bus diente dann auch als Photomotiv zum Auftakt der heutigen Veranstaltung. Neben Guildo Horn, der sich heute zeitweise in den Rollstuhl setzte, weil Raul Krauthausen kurzfristig erkrankt ist, sind Petra Groß und Michael Wahl als Wahlkampf-Tester unterwegs.

Mit der Luisenschule hatten die Wahllokal-Tester ein Wahllokal erwischt, das früher für mobilitätseingeschränkte Menschen völlig unzugänglich war. Vor ca. zwei Jahren wurde dort jedoch ein Aufzug eingebaut, so dass nun die Wahllokale am 22. September ohne Stufen erreichbar sind. Die Knöpfe im Fahrstuhl könnten allerdings besser angebracht werden, so dass diese von Rollstuhlnutzern besser erreicht werden können. Diese und weitere Anregungen gabe die Wahllokal-Tester dann auch im Gespräch in einem Klassenzimmer der Schule, das als Wahllokal dienen wird. Michael Wahl wies beispielsweise darauf hin, dass das Wahllokal für blinde und sehbehinderte Menschen schwer zu finden sei und dass es hierfür Leitsysteme bzw. am Wahltag personeller Unterstützung durch die Wahlhelfer bedürfe. Auch müsste die gläserne Tür besser gekennzeichnet werden, so dass sich sehbehinderte Menschen nicht daran stoßen, weil diese schlecht zu sehen ist. Als positives Beispiel zeigte Michael Wahl seine Wahlschablone in Brailleschrift, die es auch blinden Menschen ermöglicht, die geheime Wahl eigenständig wahrzunehmen.

Einen großen Raum nahm das Thema Leichte Sprache in der Diskussion ein. Petra Groß machte deutlich, wie wichtig es für Menschen mit Lernschwierigkeiten, aber auch für viele andere Menschen ist, Informationen in Leichter Sprache zu bekommen. So zum Beispiel in Wahlprogrammen, aber auch zur Wahrnehmung der Wahl. Sie lobte die Parteien, die bereits ihr Wahlprogramm in Leichter Sprache verfasst haben.

Die BundestagskandidatInnen der vertretenen Parteien von der CDU, SPD, den Grünen, der FDP, der LINKEN und den Piraten unterstützten die Anliegen der Wahllokal-Tester und traten dafür ein, dass die Barrierefreiheit verbessert, aber auch die Beteiligung behinderter Menschen in den Parteien gestärkt werden müsse, wie beispielsweise die Bundestagsabgeordnete der Grünen, Nicole Maisch, ausführte. Einig waren sich alle auch darin, dass das Thema Inklusion und Barrierefreiheit umfassend und behinderungsübergreifend betrachtet werden müsse. Für Armin von Buttler als Vorstand der Aktion Mensch, der die Tour in Kassel begleitete, ist die Sache klar: „Es geht hier nicht darum, etwas speziell für eine Gruppe zu machen. Im Laufe unseres Lebens erleben wir alle in der einen oder anderen Form eine Einschränkung.“

So gut wie in der Luisenschule läuft es aber nicht in allen Kasseler Wahllokalen. Der Leiter des Wahlamtes berichtete, dass in Kassel 129 von 153 Wahllokale für mobilitätsbehinderte Menschen nutzbar seien. 24 Wahllokale seien noch sehr schlecht erreichbar. Er kündigte aber an, dass er durch diese Aktion der Aktion Mensch viel gelernt habe und sich nach der Wahl mit den Ortsvorstehern zusammen setzen werde, um auch die weiteren Wahllokale barrierefrei zugänglich zu bekommen.

Für den Geschäftsführer von Mensch zuerst, Stefan Göthling, der die Veranstaltung besucht hat, war diese Aktion ein guter Rahmen, um auch die Belange von Menschen mit Lernschwierigkeiten in den Mittelpunkt zu rücken. Er ist davon überzeugt, dass mit mehr Leichter Sprache und verbesserter Barrierefreiheit viel mehr behinderte Menschen am politischen Leben und an Wahlen teilnehmen würden, wie dies bisher der Fall ist.