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Sozialverband sieht ältere Menschen in Niedersachsen gefährdet

Hände einer älteren Person und offene Geldbörse mit wenigen Münzen
Hände einer älteren Person und offene Geldbörse mit wenigen Münzen
Foto: Pixabay/Alexas_Fotos

HANNOVER (kobinet)

Neue Zahlen des Landesamts für Statistik Niedersachsen zeigen, dass etwa 64.500 Rentnerinnen und Rentner in Niedersachsen Wohngeld beziehen, weil sie ihre Miete nicht allein tragen können. Der Sozialverband Deutschland (SoVD) in Niedersachsen warnt vor den Folgen der geplanten Wohngeldreform der Bundesregierung. "Viele von ihnen sind von der geplanten Wohngeldreform der Bundesregierung betroffen, denn die Leistungen sollen ab 2027 deutlich reduziert werden. Das heißt, sie rutschen dann in die Grundsicherung im Alter", erklärt Dirk Swinke, Vorstandsvorsitzender des SoVD in Niedersachsen. Schon jetzt berichten Mitglieder von Schwierigkeiten, ihre Wohnkosten zu zahlen. "Diese Situation wird sich auch in Niedersachsen deutlich verschärfen", so Swinke.

Der SoVD fordert, das Wohngeld als vorgelagerte Leistung zu erhalten. "Es ermöglicht Menschen, ihre Miete zahlen zu können, ohne Grundsicherung beantragen zu müssen. Das ist wichtig, da viele den Schritt aus Scham nicht gehen", sagt Swinke. "Unser Beratungsalltag zeigt, dass die Beantragung von Grundsicherung für viele mit erheblichen Hürden verbunden ist. Wer sein Leben lang gearbeitet hat, um finanziell unabhängig zu bleiben, scheut es oft, von der Leistung komplett abhängig zu sein", betont der SoVD-Vorstandsvorsitzende.

Der Verband fordert von der niedersächsischen Landesregierung, Wohnen wieder bezahlbar zu machen – etwa durch öffentlich geförderten Wohnraum, eine Begrenzung der Mietbelastung und verlässliche Unterstützung für Menschen mit wenig Einkommen. "Solange die Mieten immer weiter steigen, muss das Wohngeld in seiner bisherigen Form erhalten bleiben. Bislang hat die Politik versagt. Dafür dürfen Betroffene nicht bestraft werden", so Swinke.

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