Mainz (kobinet)
Viele Menschen brauchen Hilfe.
Manche haben eine psychische Krankheit.
Psychische Krankheit bedeutet:
Die Seele ist krank.
Die Seele ist das, was ein Mensch fühlt.
Und was ein Mensch denkt.
Eine psychische Krankheit kann starke Gefühle machen.
Zum Beispiel Traurigkeit.
Oder Angst.
Ein Beispiel ist Depression.
Depression bedeutet:
Ein Mensch ist sehr traurig.
Er hat keine Freude mehr.
Ein anderes Beispiel ist ADHS.
ADHS bedeutet:
Aufmerksamkeits-Defizit-Hyperaktivitäts-Störung.
Menschen mit ADHS können sich schwer konzentrieren.
Sie sind oft unruhig.
Ein weiteres Beispiel ist Schizophrenie.
Schizophrenie ist eine Krankheit der Seele.
Menschen mit Schizophrenie hören manchmal Stimmen.
Oder sie sehen Dinge.
Diese Dinge sind nicht wirklich da.
Manche Menschen haben eine psychische Krise.
Psychische Krise bedeutet:
Ein Mensch hat große Probleme mit seinen Gefühlen.
Er braucht dann schnell Hilfe.
Jeder Mensch kann eine psychische Krankheit bekommen.
Das kann jedem passieren.
Immer mehr Menschen brauchen Hilfe.
Aber die Hilfe wird schwerer zu bekommen.
Es gibt weniger Hilfs-Angebote.
Die Angebote sind oft teuer.
Manche Leute reden über Sicherheit.
Sie sagen:
Menschen mit psychischen Krankheiten sind gefährlich.
Gefährlich bedeutet:
Es könnte etwas Schlimmes passieren.
Oder jemand könnte verletzt werden.
Die Tagungs-Ankündigung sagt:
Die meisten Menschen mit psychischen Krankheiten sind nicht gefährlich.
Die Deutsche Gesellschaft für Soziale Psychiatrie macht eine Tagung.
Tagung bedeutet:
Ein großes Treffen.
Soziale Psychiatrie bedeutet:
Hilfe für Menschen mit psychischen Krankheiten.
Die Hilfe soll den Menschen im Alltag unterstützen.
Die Tagung ist vom 5. bis 7. November 2026.
Das Thema der Tagung ist:
Mangel verwalten? Beziehung gestalten. Haltung entfalten.
Mangel bedeutet:
Es gibt zu wenig von etwas.
Zum Beispiel zu wenig Hilfe.
Rund 300 Menschen kommen zur Tagung.
Das sind Fach-Leute.
Fach-Leute sind Menschen, die viel über ein Thema wissen.
Sie haben viel gelernt.
Und sie haben Erfahrung.
Das sind auch Menschen, die sich engagieren.
Sich engagieren bedeutet:
Sich für etwas stark einsetzen.
Und das sind Menschen, die selbst Hilfe brauchen.
Die Sicht von betroffenen Menschen
In einem Workshop geht es um eine wichtige Frage.
Workshop bedeutet:
Ein Treffen.
Dort arbeiten Menschen zusammen an einem Thema.
Die Frage ist:
Sehen andere Menschen in Krisen als hilfe-bedürftig?
Hilfe-bedürftig bedeutet:
Ein Mensch braucht Hilfe.
Er kann etwas nicht allein schaffen.
Oder sehen andere sie als Gefahr?
Man soll Menschen nicht nur auf ihre Krankheit reduzieren.
Reduzieren bedeutet:
Nur einen Teil von etwas sehen.
Hier bedeutet es:
Man soll nicht nur die Krankheit sehen.
Sondern den ganzen Menschen.
Die Menschen brauchen Unterstützung.
Sie sollen mitmachen dürfen.
Mitmachen dürfen nennt man Teilhabe.
Die Menschen haben auch Rechte.
Diese Rechte heißen Menschen-Rechte.
Menschen-Rechte sind Regeln für alle Menschen.
Alle Menschen haben die gleichen Rechte.
Eine Stimme aus Rheinland-Pfalz
Robert Jacobs hatte eine psychische Krankheit.
Jetzt hilft er anderen Menschen.
Er ist Vorsitzender vom Landes-Netzwerk.
Vorsitzender bedeutet:
Er leitet die Gruppe.
Das Landes-Netzwerk ist eine Gruppe.
Die Gruppe hilft Menschen mit psychischen Krankheiten.
Robert Jacobs sagt:
Die Soziale Psychiatrie steht unter Druck.
Unter Druck stehen bedeutet:
Es gibt viele Probleme.
Robert Jacobs sagt auch:
Die Hilfe wird immer weniger.
Die Menschen, die Hilfe brauchen, merken das.
Das Landes-Netzwerk hat eine Stellungnahme geschrieben.
Stellungnahme bedeutet:
Eine offizielle Meinung zu einem Thema.
Das Thema ist Spar-Zwang.
Spar-Zwang bedeutet:
Es ist zu wenig Geld da.
Deshalb muss gespart werden.
Die Stellungnahme gibt es im Internet.
Erfahrungen von betroffenen Menschen
Die Menschen, die Hilfe brauchen, wissen am besten:
Wo fehlt Hilfe?
Wo gibt es Probleme im Hilfs-System?
System bedeutet hier:
Die Organisation der Hilfe.
Die Hilfe soll so sein:
Man soll den Menschen nicht nur auf seine Krankheit reduzieren.
Man soll den ganzen Menschen sehen.
Aber es gibt Probleme.
Es wird gespart.
Das bedeutet:
Es gibt weniger Geld für Hilfe.
Die Menschen merken das.
Sie müssen länger auf Hilfe warten.
Manche Angebote gibt es nicht mehr.
Manche Hilfe kommt zu spät.
Die Tagungs-Ankündigung sagt:
Jetzt muss eine Entscheidung getroffen werden.
Es muss mehr Unterstützung geben.
Es soll nicht mehr Kontrolle geben.
Kontrolle bedeutet:
Genau prüfen, was jemand tut.
Die Tagungs-Ankündigung sagt:
Die Hilfe darf nicht kaputt-gespart werden.
Kaputt-gespart bedeutet:
Es wird zu wenig Geld ausgegeben.
Dann funktioniert die Hilfe nicht mehr.
Die Tagungs-Ankündigung sagt:
Menschen in Krisen dürfen nicht unter General-Verdacht gestellt werden.
General-Verdacht bedeutet:
Alle Menschen einer Gruppe werden verdächtigt.
Dabei hat keiner etwas Falsches getan.
Die Tagungs-Ankündigung sagt:
Die Politik muss handeln.
Die Kosten-Träger müssen handeln.
Kosten-Träger sind Stellen, die Geld für Hilfen bezahlen.
Zum Beispiel das Sozial-Amt.
Oder die Kranken-Kasse.
Die Tagungs-Ankündigung sagt:
Die Fach-Welt muss handeln.
Fach-Welt bedeutet:
Menschen, die sich mit einem Thema gut auskennen.
Zum Beispiel Ärzte.
Oder Wissenschaftler.
Die Tagungs-Ankündigung sagt:
Sie müssen die Menschen-Rechte beachten.
Und sie müssen die Hilfe sichern.
Robert Jacobs sagt:
Wer über die Zukunft der Psychiatrie entscheidet,
muss den Menschen zuhören.
Das sind die Menschen, die selbst Hilfe brauchen.
Mehr Infos zur Tagung gibt es im Internet.
Foto: Susanne Göbel
Mainz (kobinet)
Was passiert mit Menschen, die psychiatrische Unterstützung brauchen, wenn gleichzeitig in der Versorgung gespart wird und über Sicherheit, sogenannte Gefährder und die Erfassung psychisch auffälliger Menschen diskutiert wird? Depression, ADHS, Schizophrenie oder eine psychische Krise können jeden Menschen treffen. Der Unterstützungsbedarf ist gestiegen. Gleichzeitig erleben Betroffene, dass Hilfen schwerer zugänglich werden, Angebote unter Druck geraten und psychische Erkrankungen zunehmend auch unter dem Gesichtspunkt von Sicherheit und Gefahrenabwehr diskutiert werden. Mit diesen Fragen beschäftigt sich die bundesweite Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Soziale Psychiatrie (DGSP) vom 5. bis 7. November 2026 im Kurfürstlichen Schloss in Mainz. Unter dem Titel "Mangel verwalten? Beziehung gestalten. Haltung entfalten" werden rund 300 Fachleute, Engagierte und Psychiatrie-Erfahrene erwartet.
Betroffenenperspektive auf die aktuelle Debatte
Im Workshop "Zugänge gestalten statt Daten verschalten!" soll eine Resolution zur aktuellen Gefährderdebatte und zur zunehmenden Erfassung psychisch auffälliger Menschen erarbeitet werden. Aus Sicht der Betroffenenbewegung geht es dabei um eine grundlegende Frage: Werden Menschen in psychischen Krisen als hilfebedürftige Menschen gesehen oder zunehmend als potenzielles Sicherheitsrisiko? Wer psychiatrische Unterstützung benötigt, darf nicht auf seine Diagnose oder ein Gefährdungspotenzial reduziert werden. Unterstützung, Teilhabe und Menschenrechte müssen im Mittelpunkt bleiben, heißt es in der Ankündigung der Tagung.
Betroffenenstimme aus Rheinland-Pfalz
Wie sich der zunehmende Druck auf die Sozialpsychiatrie aus Sicht der Betroffenen auswirkt, thematisiert Robert Jacobs, Psychiatrie-Erfahrener, EX-IN-Genesungsbegleiter und Vorsitzender des Landesnetzwerks Selbsthilfe Psychiatrie-Erfahrener Rheinland-Pfalz, in seinem Beitrag "Unter Druck. Sozialpsychiatrie aus Betroffenensicht". Damit bringt er eine Perspektive in die Tagung ein, die in der Diskussion über Strukturen, Finanzierung und Versorgung nicht fehlen darf. Eine aktuelle Stellungnahme des Landesnetzwerks zum Sparzwang im SGB IX gibt's unter folgendem Link: https://shpe-rlp.de/sparzwang-im-sgb-ix.html
Die Erfahrungen von Psychiatrie-Erfahrenen zeigen, wo Unterstützung aus Sicht der Betroffenen gebraucht wird und wo das Hilfesystem an Grenzen stößt. Dazu gehört auch die Frage, wie Hilfe gestaltet werden kann, ohne Menschen auf ihre Erkrankung, eine Diagnose oder ein vermeintliches Gefährdungspotenzial zu reduzieren.
Gleichzeitig erleben Betroffene, dass psychiatrische und psychosoziale Angebote durch Kostendruck und Sparmaßnahmen immer mehr unter Druck geraten. Das bedeutet für sie nicht nur schlechtere Versorgungszahlen, sondern konkret längere Wartezeiten, fehlende Angebote und weniger Möglichkeiten, Unterstützung rechtzeitig zu erhalten.
Es braucht jetzt eine klare Entscheidung für Unterstützung statt Kontrolle. Psychiatrische Versorgung darf nicht kaputtgespart und Menschen in Krisen dürfen nicht unter Generalverdacht gestellt werden. Politik, Kostenträger und Fachwelt sind gefordert, die Perspektive der Betroffenen ernst zu nehmen, bestehende Hilfen zu sichern und die Menschenrechte zum Maßstab ihres Handelns zu machen, heißt es weiter in der Tagungsankündigung. Robert Jacobs sagt: "Wer über die Zukunft der Psychiatrie entscheidet, muss den Menschen zuhören, die diese Psychiatrie selbst erlebt haben."
Link zum Programm der Tagung und zu weiteren Informationen: https://www.dgsp-ev.de/images/allgemein%20Website/JT-2026_Programmheft_web.pdf
Foto: Susanne Göbel
Mainz (kobinet)
Was passiert mit Menschen, die psychiatrische Unterstützung brauchen, wenn gleichzeitig in der Versorgung gespart wird und über Sicherheit, sogenannte Gefährder und die Erfassung psychisch auffälliger Menschen diskutiert wird? Depression, ADHS, Schizophrenie oder eine psychische Krise können jeden Menschen treffen. Der Unterstützungsbedarf ist gestiegen. Gleichzeitig erleben Betroffene, dass Hilfen schwerer zugänglich werden, Angebote unter Druck geraten und psychische Erkrankungen zunehmend auch unter dem Gesichtspunkt von Sicherheit und Gefahrenabwehr diskutiert werden. Mit diesen Fragen beschäftigt sich die bundesweite Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Soziale Psychiatrie (DGSP) vom 5. bis 7. November 2026 im Kurfürstlichen Schloss in Mainz. Unter dem Titel "Mangel verwalten? Beziehung gestalten. Haltung entfalten" werden rund 300 Fachleute, Engagierte und Psychiatrie-Erfahrene erwartet.
Betroffenenperspektive auf die aktuelle Debatte
Im Workshop "Zugänge gestalten statt Daten verschalten!" soll eine Resolution zur aktuellen Gefährderdebatte und zur zunehmenden Erfassung psychisch auffälliger Menschen erarbeitet werden. Aus Sicht der Betroffenenbewegung geht es dabei um eine grundlegende Frage: Werden Menschen in psychischen Krisen als hilfebedürftige Menschen gesehen oder zunehmend als potenzielles Sicherheitsrisiko? Wer psychiatrische Unterstützung benötigt, darf nicht auf seine Diagnose oder ein Gefährdungspotenzial reduziert werden. Unterstützung, Teilhabe und Menschenrechte müssen im Mittelpunkt bleiben, heißt es in der Ankündigung der Tagung.
Betroffenenstimme aus Rheinland-Pfalz
Wie sich der zunehmende Druck auf die Sozialpsychiatrie aus Sicht der Betroffenen auswirkt, thematisiert Robert Jacobs, Psychiatrie-Erfahrener, EX-IN-Genesungsbegleiter und Vorsitzender des Landesnetzwerks Selbsthilfe Psychiatrie-Erfahrener Rheinland-Pfalz, in seinem Beitrag "Unter Druck. Sozialpsychiatrie aus Betroffenensicht". Damit bringt er eine Perspektive in die Tagung ein, die in der Diskussion über Strukturen, Finanzierung und Versorgung nicht fehlen darf. Eine aktuelle Stellungnahme des Landesnetzwerks zum Sparzwang im SGB IX gibt's unter folgendem Link: https://shpe-rlp.de/sparzwang-im-sgb-ix.html
Die Erfahrungen von Psychiatrie-Erfahrenen zeigen, wo Unterstützung aus Sicht der Betroffenen gebraucht wird und wo das Hilfesystem an Grenzen stößt. Dazu gehört auch die Frage, wie Hilfe gestaltet werden kann, ohne Menschen auf ihre Erkrankung, eine Diagnose oder ein vermeintliches Gefährdungspotenzial zu reduzieren.
Gleichzeitig erleben Betroffene, dass psychiatrische und psychosoziale Angebote durch Kostendruck und Sparmaßnahmen immer mehr unter Druck geraten. Das bedeutet für sie nicht nur schlechtere Versorgungszahlen, sondern konkret längere Wartezeiten, fehlende Angebote und weniger Möglichkeiten, Unterstützung rechtzeitig zu erhalten.
Es braucht jetzt eine klare Entscheidung für Unterstützung statt Kontrolle. Psychiatrische Versorgung darf nicht kaputtgespart und Menschen in Krisen dürfen nicht unter Generalverdacht gestellt werden. Politik, Kostenträger und Fachwelt sind gefordert, die Perspektive der Betroffenen ernst zu nehmen, bestehende Hilfen zu sichern und die Menschenrechte zum Maßstab ihres Handelns zu machen, heißt es weiter in der Tagungsankündigung. Robert Jacobs sagt: "Wer über die Zukunft der Psychiatrie entscheidet, muss den Menschen zuhören, die diese Psychiatrie selbst erlebt haben."
Link zum Programm der Tagung und zu weiteren Informationen: https://www.dgsp-ev.de/images/allgemein%20Website/JT-2026_Programmheft_web.pdf





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