LOBBACH (kobinet)
Es gab eine Tagung.
Die Tagung hieß: Lasst uns über Sex reden.
Fast 100 Menschen waren da.
Die FGQ hat die Tagung gemacht.
FGQ ist eine Gruppe.
Die Gruppe hilft Menschen mit Querschnitt-Lähmung.
Die Manfred-Sauer-Stiftung hat auch geholfen.
Das Thema war: Sexualität nach einer Rückenmarks-Verletzung.
Eine Rückenmarks-Verletzung bedeutet:
Das Rückenmark ist kaputt.
Das Rückenmark ist ein wichtiger Teil im Rücken.
Nach der Verletzung funktioniert der Körper nicht mehr richtig.
Sexualität bedeutet:
Alles mit Liebe und Nähe.
Auch Menschen mit Querschnitt-Lähmung finden das wichtig.
Querschnitt-Lähmung bedeutet:
Das Rückenmark ist verletzt.
Dann können Menschen ihre Beine oft nicht bewegen.
Oder sie spüren nichts mehr.
Viele wissen nicht:
Wie geht das mit Sexualität?
Wo gibt es Hilfe?
Viele trauen sich nicht, darüber zu reden.
Viele Menschen mit Querschnitt-Lähmung waren da.
Angehörige waren auch da.
Angehörige sind:
Familien-Mitglieder oder enge Freunde.
Sie kümmern sich oft um Menschen mit Behinderung.
Fach-Leute waren auch da.
Ein Teilnehmer hat gesagt:
Ich habe lange nach Hilfe gesucht.
Auch Urologen wussten wenig.
Urologen sind Ärzte.
Sie kümmern sich um Blase, Niere und Geschlechts-Teile.
Viele denken:
Menschen im Rollstuhl haben keine Sexualität.
Ich freue mich.
Wir reden heute darüber.
Andere Teilnehmer haben gesagt:
Es ist schwer, über Sexualität zu reden.
Es gibt zu wenig Beratung.
Das ist ein Problem für alle.
Einige haben gesagt:
Früher war es noch schwerer.
Heute wird es langsam besser.
Manche Kliniken reden offener darüber.
Eine Klinik ist ein Kranken-Haus.
Andere Kliniken reden nicht darüber.
Ärzte und Pflege-Kräfte sollen sagen:
Ihr dürft über Sexualität reden.
Ihr dürft Fragen stellen.
Aber jeder darf selbst entscheiden.
Selbst-bestimmt bedeutet:
Man entscheidet für sich selbst.
Niemand entscheidet für einen.
Die FGQ kann helfen.
Dort können Menschen sich austauschen.
Sie können Fragen stellen.
Sie können von anderen lernen.
Das nennt man Peer-Beratung.
Peer-Beratung bedeutet:
Menschen helfen anderen Menschen.
Die Helfer haben die gleichen Erfahrungen.
Peer-Beratung hilft.
Sie verringert Vorurteile.
Sie hilft, selbst-bestimmt zu leben.
Foto: Manfred Sauer Stiftung
LOBBACH (kobinet)
Knapp 100 Teilnehmende diskutierten bei der gemeinsamen Fachtagung der FGQ und der Manfred-Sauer-Stiftung über Sexualität, Nähe und Intimität nach einer Rückenmarksschädigung. Im Mittelpunkt standen neben medizinischen Erkenntnissen vor allem der offene Austausch, der Abbau von Vorurteilen und die Frage, wie sexuelle Selbstbestimmung gestärkt werden kann. Sexualität ist ein grundlegender Bestandteil menschlichen Lebens – auch nach Eintritt einer Querschnittlähmung. Dennoch sind Fragen zu Lust, Partnerschaft und Intimität im Alltag und in der Rehabilitation häufig mit Unsicherheiten und Tabus verbunden. Unter dem Titel "Let’s talk about Sex" widmete sich die sechste gemeinsame Fachtagung der Fördergemeinschaft der Querschnittgelähmten in Deutschland (FGQ) und der Manfred-Sauer-Stiftung am 10. und 11. Oktober 2026 diesem wichtigen Thema. Knapp 100 Menschen mit Querschnittlähmung, Angehörige und Fachpersonen kamen in Lobbach zusammen, um sich zu informieren, Erfahrungen auszutauschen und neue Perspektiven zu gewinnen.
Wie groß der Bedarf an Information und Beratung ist, wurde insbesondere in den persönlichen Erfahrungsberichten deutlich. Mehrere Teilnehmende schilderten Schwierigkeiten, kompetente medizinische Ansprechpersonen zu finden. "Es war für mich sehr schwierig, Ärzte zu finden. Selbst Urologen haben große Augen gemacht. Ich habe das Gefühl, dass Menschen im Rollstuhl als asexuell wahrgenommen werden. Ich bin froh, dass das Thema heute hier aufgegriffen und vorangebracht wird", berichtete ein Teilnehmer.
Andere kritisierten, dass die Hemmschwelle, Fragen zur Sexualität zu stellen, noch immer hoch sei und geeignete Beratungsangebote fehlten. Dies sei nicht allein ein individuelles, sondern auch ein strukturelles Problem. Dass die gesellschaftliche Entwicklung unterschiedlich wahrgenommen wird, zeigte die Diskussion ebenfalls. Während ein Teilnehmer eine Rückkehr von Scham und Tabuisierung beobachtete, berichtete eine Therapeutin von positiven Veränderungen in der Sexualaufklärung. Wie offen das Thema angesprochen werde, könne auch von den Strukturen und der Beratungskultur der behandelnden Querschnittgelähmten-Zentren abhängen.
In den Diskussionen wurde deshalb die Verantwortung von Ärztinnen und Ärzten, Pflegefachpersonen sowie therapeutischen Berufsgruppen hervorgehoben. Sie sollten aktiv signalisieren, dass Fragen zu Sexualität, Nähe und Partnerschaft willkommen sind. Ob und wann Betroffene dieses Angebot annehmen, bleibt selbstverständlich ihre eigene Entscheidung.
Eine besondere Rolle kann dabei die Peerarbeit der FGQ übernehmen. Der Austausch mit anderen Menschen, die selbst mit einer Querschnittlähmung leben, bietet die Möglichkeit, Fragen ohne große Hemmschwelle anzusprechen und von persönlichen Erfahrungen zu profitieren. Peer Counseling kann dazu beitragen, Vorurteile abzubauen und Menschen darin zu bestärken, ihre Sexualität selbstbestimmt zu gestalten.
Foto: Manfred Sauer Stiftung
LOBBACH (kobinet)
Knapp 100 Teilnehmende diskutierten bei der gemeinsamen Fachtagung der FGQ und der Manfred-Sauer-Stiftung über Sexualität, Nähe und Intimität nach einer Rückenmarksschädigung. Im Mittelpunkt standen neben medizinischen Erkenntnissen vor allem der offene Austausch, der Abbau von Vorurteilen und die Frage, wie sexuelle Selbstbestimmung gestärkt werden kann. Sexualität ist ein grundlegender Bestandteil menschlichen Lebens – auch nach Eintritt einer Querschnittlähmung. Dennoch sind Fragen zu Lust, Partnerschaft und Intimität im Alltag und in der Rehabilitation häufig mit Unsicherheiten und Tabus verbunden. Unter dem Titel "Let’s talk about Sex" widmete sich die sechste gemeinsame Fachtagung der Fördergemeinschaft der Querschnittgelähmten in Deutschland (FGQ) und der Manfred-Sauer-Stiftung am 10. und 11. Oktober 2026 diesem wichtigen Thema. Knapp 100 Menschen mit Querschnittlähmung, Angehörige und Fachpersonen kamen in Lobbach zusammen, um sich zu informieren, Erfahrungen auszutauschen und neue Perspektiven zu gewinnen.
Wie groß der Bedarf an Information und Beratung ist, wurde insbesondere in den persönlichen Erfahrungsberichten deutlich. Mehrere Teilnehmende schilderten Schwierigkeiten, kompetente medizinische Ansprechpersonen zu finden. "Es war für mich sehr schwierig, Ärzte zu finden. Selbst Urologen haben große Augen gemacht. Ich habe das Gefühl, dass Menschen im Rollstuhl als asexuell wahrgenommen werden. Ich bin froh, dass das Thema heute hier aufgegriffen und vorangebracht wird", berichtete ein Teilnehmer.
Andere kritisierten, dass die Hemmschwelle, Fragen zur Sexualität zu stellen, noch immer hoch sei und geeignete Beratungsangebote fehlten. Dies sei nicht allein ein individuelles, sondern auch ein strukturelles Problem. Dass die gesellschaftliche Entwicklung unterschiedlich wahrgenommen wird, zeigte die Diskussion ebenfalls. Während ein Teilnehmer eine Rückkehr von Scham und Tabuisierung beobachtete, berichtete eine Therapeutin von positiven Veränderungen in der Sexualaufklärung. Wie offen das Thema angesprochen werde, könne auch von den Strukturen und der Beratungskultur der behandelnden Querschnittgelähmten-Zentren abhängen.
In den Diskussionen wurde deshalb die Verantwortung von Ärztinnen und Ärzten, Pflegefachpersonen sowie therapeutischen Berufsgruppen hervorgehoben. Sie sollten aktiv signalisieren, dass Fragen zu Sexualität, Nähe und Partnerschaft willkommen sind. Ob und wann Betroffene dieses Angebot annehmen, bleibt selbstverständlich ihre eigene Entscheidung.
Eine besondere Rolle kann dabei die Peerarbeit der FGQ übernehmen. Der Austausch mit anderen Menschen, die selbst mit einer Querschnittlähmung leben, bietet die Möglichkeit, Fragen ohne große Hemmschwelle anzusprechen und von persönlichen Erfahrungen zu profitieren. Peer Counseling kann dazu beitragen, Vorurteile abzubauen und Menschen darin zu bestärken, ihre Sexualität selbstbestimmt zu gestalten.





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