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BBuD erweitert digitale Selbsthilfeangebote für zielgruppenspezifische Unterstützung

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Foto: Susanne Göbel

BERLIN (kobinet)

Der Bundesverband Burnout und Depression e. V. (BBuD) baut seine digitalen Selbsthilfeangebote aus und setzt dabei auf eine Kombination aus offenen und zielgruppenspezifischen Formaten. Ziel ist es, Menschen mit unterschiedlichen Lebenssituationen, Belastungen und Bedürfnissen passgenaue Unterstützungsangebote bereitzustellen und die niedrigschwellige Versorgung zu stärken. Anlass ist die Beobachtung, dass psychische Belastungen individuell erlebt werden und der Zugang zu Hilfe erleichtert wird, wenn die konkrete Lebensrealität der Betroffenen berücksichtigt wird.

Die Online-Angebote der "Anderen Burnout Cafés" (ABC) richten sich nicht nur allgemein an Menschen mit Burnout, Depressionen oder stressbedingten Belastungen, sondern bieten auch geschützte Räume für spezifische Zielgruppen. So gibt es ein englischsprachiges ABC für Menschen, die sich lieber auf Englisch austauschen oder sprachliche Hürden im deutschsprachigen Hilfesystem erleben. Ein weiteres Angebot richtet sich speziell an Alleinerziehende: Hier sind Unterbrechungen durch Kinder ausdrücklich erlaubt, und eine stille Teilnahme ohne Kamera oder Mikrofon ist möglich, um realistische und entlastende Bedingungen zu schaffen.

Zusätzlich gibt es Formate für Frauen und Männer, die den Austausch über Belastungen und Möglichkeiten unter dem Aspekt von Rollenbildern und spezifischen Anforderungen ermöglichen. Die homogenen Gruppen werden von Beteiligten aufgrund des geringeren Erklärungsbedarfs als erleichternd und schamreduzierend erlebt.

Neu ist das Journaling-ABC, ein kreatives und reflexionsorientiertes Sonderformat. Hier steht das reflektierende Schreiben im Mittelpunkt. Journaling, Meditation und Achtsamkeitsübungen sollen helfen, Gedanken zu ordnen, die Selbstverbindung zu stärken und Stress bewusster wahrzunehmen. Das ungerichtete Schreiben wird dabei als ressourcenstärkende Methode eingesetzt.

Laut BBuD nehmen psychische Belastungen seit Jahren zu, und viele Menschen fühlen sich mit ihren individuellen Herausforderungen in klassischen Hilfesystemen nicht ausreichend gesehen. Niedrigschwellige und passgenaue Selbsthilfeangebote könnten daher eine wichtige Ergänzung sein – insbesondere dort, wo lange Wartezeiten, Scham oder fehlende Identifikation den Zugang zu Unterstützung erschweren. Durch die Vielfalt der Angebote möchte der Verband dazu beitragen, psychische Gesundheit stärker in der Gesellschaft zu verankern und mehr Menschen frühzeitig zu erreichen.

Die ABC-Gruppen des BBuD wurden 2013 von Betroffenen für Betroffene ins Leben gerufen und sind ein zentraler Bestandteil der Selbsthilfearbeit des Verbands. Die Formate verbinden Erfahrungsaustausch mit thematischen Impulsen und schaffen geschützte Räume für Reflexion, Unterstützung und persönliche Entwicklung.

Hintergrund: In Deutschland hatten 2024 rund 9,5 Millionen Menschen eine depressive Episode (Gesundheitsatlas Deutschland, AOK 2024). Depressionen gelten als schwere psychiatrische Erkrankung und äußern sich in Perspektivlosigkeit, Freudlosigkeit, Traurigkeit und körperlichen Symptomen. Drei Prozent der Bevölkerung haben zumindest einmal im Leben die Diagnose eines Burnouts erhalten. Dieses Syndrom beschreibt einen Erschöpfungszustand, der sich in verschiedenen Phasen von Überlastung bis zum mentalen Zusammenbruch äußern kann und vor allem Berufsleben und soziale Kontakte betrifft. Beide Krankheitsbilder sind der Psychotherapie und medikamentösen Behandlungsansätzen zugänglich. Ergänzend helfen niederschwellige Maßnahmen wie Entspannungstraining, Lichttherapie, Selbsthilfemaßnahmen, Sozialberatung oder Coaching.

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