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LVKM Baden-Württemberg veröffentlicht deutsche Version des Kartenspiels „Karten für Inklusion“

Bild einer Karte zeigt übermäßig hohe Stufen und ein kleines Krokodil bemüht sich die Stufen zu erklimmen
Beispielkarte aus dem Karten-Set
Foto: LVKM

STUTTGART (kobinet)

Der Landesverband für Menschen mit Körper- und Mehrfachbehinderung Baden-Württemberg (LVKM) hat eine deutsche Version des Kartenspiels "Karten für Inklusion" entwickelt. Das Spiel, das ursprünglich 2018 von der britischen Organisation UNLIMITED veröffentlicht wurde, soll spielerisch Barrieren erkennen und Lösungen für mehr Teilhabe entwickeln helfen. Rechtzeitig zum Europäischen Protesttag zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderungen wurde die deutsche Version seit Mai bei Veranstaltungen erprobt.

Das Kartenspiel richtet sich insbesondere an Kulturveranstalter, Kulturinstitutionen und Teams, die gemeinsam Barrieren identifizieren und kreative Lösungen erarbeiten möchten. "Wir wollten einen Weg finden, der jedem Einzelnen hilft, seine eigene Kreativität zu nutzen, um Lösungen für barrierefreie Zugänge zu entwickeln – anstatt die Beseitigung von Barrieren als etwas zu sehen, das nur ‚Experten‘ lösen können. Und wir wollten es sowohl spielerisch als auch lehrreich machen", erklärte Jo Verrent von UNLIMITED. Das Spiel wurde innerhalb von 18 Monaten entwickelt und weltweit getestet.

LVKM-Geschäftsführerin Jutta Pagel-Steidl entdeckte das Spiel bei einem Besuch der Ausstellung "Design and disability" im Victoria & Albert Museum in London. "Mir persönlich hat der spielerische Zugang gut gefallen. Es gibt keine vorgegebene Lösung. Ein zufällig zusammengewürfeltes Team stellt sich der Herausforderung, eine Teilhabebarriere zu erkennen und diese abzubauen. Das fördert das Verständnis füreinander und schafft Wege für ein Miteinander", sagte Pagel-Steidl.

Da es bisher keine deutsche Version gab, entwickelte der LVKM diese mit Erlaubnis von UNLIMITED. Die Illustrationen des behinderten Künstlers Seohye Lee wurden übernommen, die Texte ins Deutsche übersetzt. Gefördert wurde das Projekt von der Aktion Mensch.

Das Spiel besteht aus Kartensätzen mit den Kategorien "Was", "Wo" und "Barriere". Jede Karte enthält ein Wort oder einen kurzen Satz sowie eine Illustration. Ziel ist es, Ideen zu entwickeln, um Barrieren bei Kunst- und Kulturveranstaltungen zu überwinden. Besonders in gemischten Gruppen entstehen so vielfältige und unkonventionelle Lösungsansätze. Ein Beispiel: Aus den Karten "Konzert", "Park" und "Stufen oder unebener Boden" ergibt sich die Frage, wie ein Konzert im Park barrierefrei gestaltet werden kann.

Die "Karten für Inklusion" sind kostenlos als PDF-Set zum Download erhältlich.

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