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Hitzeschutz muss endlich ernst genommen werden – SoVD fordert Klimaanlagen in Pflegeheimen und Kliniken

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Foto: Sozialverband Deutschland

Hannover (kobinet)

Zahlen des Robert-Koch-Instituts (RKI) zeigen: Bis Ende Juni 2026 gab es in Niedersachsen bereits 510 Hitzetote – und die nächsten heißen Tage stehen bereits bevor. Besonders leiden ältere Menschen. Der Sozialverband Deutschland (SoVD) in Niedersachsen fordert deshalb von Land, Kommunen und Pflegeheimbetreiber*innen, die Klimatisierung von Räumen zur obersten Priorität zu machen und langfristig verbindlich und strukturiert in den Hitzeschutz zu investieren. Alle haben noch die Bilder von evakuierten Pflegeheimen während der letzten Hitzewelle vor Augen. Nun sollen ab dem 29. Juli die Temperaturen wieder weit über 30 Grad klettern. Aus Sicht des SoVD in Niedersachsen ist jedoch trotz der teils dramatischen Zustände in Pflegeheimen und Krankenhäusern bislang nichts passiert. "Es scheint, als würden die Verantwortlichen die Folgen vergessen, sobald es sich etwas abgekühlt hat. Dabei muss jetzt endlich gehandelt werden, damit die Zahl der Hitzetoten nicht weiter steigt", fordert Dirk Swinke, Vorstandsvorsitzender des SoVD in Niedersachsen.



Da laut RKI Menschen über 75 Jahre mehr als 80 Prozent der Hitzetoten ausmachen, müsse man in diesem Bereich zuerst ansetzen – sowohl kurz- als auch langfristig. Hinzu komme, dass auch die Pflegekräfte bei Hitze unter hoher körperlicher Belastung und Erschöpfung leiden, was sich negativ auf die Versorgung auswirken kann. "Zimmer in Pflegeheimen und Krankenhäusern müssen klimatisiert sein. Dazu brauchen wir eine entsprechende Verpflichtung. Dass das funktioniert, zeigen andere Länder wie etwa Kanada", erläutert Swinke. Außerdem müsse es Krisenpläne mit klaren Verantwortlichkeiten sowie eine flächendeckende Öffnung von kühlen Räumen und eine kostenlose Wasserversorgung im öffentlichen Raum geben.

"Es ist ganz offensichtlich, dass Klimatisierung über Leben und Tod entscheidet. Kosten für einen Umbau dürfen hier nicht im Vordergrund stehen. So etwas lässt sich über Förderprogramme lösen", betont der Vorstandsvorsitzende. All das müsse jetzt vorbereitet werden: "Die Verantwortlichen müssen handeln, bevor es zu spät ist. Schließlich werden die Hitzeperioden häufiger und nicht seltener. Abwarten ist keine Option."

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