BREMEN (kobinet)
Ein Arbeits-Papier der Bundes-Regierung wurde öffentlich bekannt.
Ein Arbeits-Papier ist ein Schrift-Stück mit Plänen oder Ideen.
Darüber wird noch gesprochen.
Die Bundes-Regierung besteht aus dem Bundes-Kanzler und den Ministern.
Sie machen die Politik in Deutschland.
Jessica Volk und Sebastian Jung sind vom Vorstand des Martins-Club Bremen.
Der Vorstand leitet eine Organisation.
Er trifft wichtige Entscheidungen.
Sie machen sich große Sorgen um dieses Papier.
Das Papier heißt: Effizienter Ressourcen-Einsatz bei Leistungs-Gesetzen.
Ressourcen-Einsatz bedeutet: Wie Geld und Mittel genutzt werden.
Leistungs-Gesetze regeln, wer welche Hilfe bekommt.
Effizienter Ressourcen-Einsatz bedeutet: Geld und Mittel sollen gespart werden.
Das Papier schlägt große Veränderungen vor.
Bisher haben Menschen mit Behinderung ein Recht auf persönliche Unterstützung.
Dieses Recht soll nach dem Papier weniger wichtig werden.
Statt-dessen soll Unterstützung vereinheitlicht werden.
Vereinheitlicht bedeutet: Alle bekommen das Gleiche.
Es gibt keine besonderen Lösungen mehr für einzelne Menschen.
Außerdem sollen die Kosten stärker begrenzt werden.
Der Martins-Club Bremen unterstützt Menschen mit Behinderung.
Jeder Mensch soll so selbst-bestimmt wie möglich leben.
Selbst-bestimmt bedeutet: Der Mensch entscheidet selbst über sein Leben.
Das gilt in allen Lebens-Phasen und Lebens-Lagen.
Lebens-Phasen sind Abschnitte im Leben.
Zum Beispiel Kind-heit, Jugend und Alter.
Lebens-Lagen sind Situationen, in denen ein Mensch lebt.
Zum Beispiel allein oder mit Familie.
Die Vorstände befürchten: Selbst-Bestimmung geht verloren.
Unterstützung könnte in Zukunft stärker begrenzt werden.
Der Zugang zu Hilfen könnte schwieriger werden.
Fach-Kräfte müssten dann vor allem auf Kosten achten.
Fach-Kräfte sind Menschen mit einer besonderen Ausbildung.
Sie kennen sich gut in ihrem Beruf aus.
Das wäre schlecht für Menschen mit Behinderung.
Die Folgen betreffen nicht nur einzelne Träger.
Träger sind Organisationen, die Hilfe und Unterstützung anbieten.
Eine Spar-Politik macht Ungleichheiten in der Gesellschaft größer.
Spar-Politik bedeutet: Es wird weniger Geld ausgegeben.
Hilfen und Leistungen werden dann oft gekürzt.
Ungleichheit bedeutet: Manche Menschen haben weniger Chancen als andere.
Auch der Druck auf Beschäftigte in sozialen Berufen steigt.
Beschäftigte sind Menschen, die in einem Beruf arbeiten.
In den letzten Jahren gab es wichtige Fortschritte.
Fortschritte bedeutet: Dinge sind besser geworden als vorher.
Menschen mit Behinderung bekamen mehr Rechte.
In Bremen wurden viele Förder-Schulen abgebaut.
Förder-Schulen waren Schulen nur für Kinder mit besonderen Bedürfnissen.
Heute sollen alle Kinder gemeinsam in eine Schule gehen.
Auch viele Wohn-Heime wurden abgebaut.
Das hat zu mehr selbst-bestimmtem Leben geführt.
Das nennt man Inklusion.
Inklusion bedeutet: Alle Menschen nehmen gemeinsam am Leben teil.
Jeder Mensch gehört dazu.
Inklusion ist ein Menschen-Recht in Deutschland.
Das steht in der UN-Behinderten-Rechts-Konvention.
Die UN-Behinderten-Rechts-Konvention ist ein wichtiges Gesetz.
Viele Länder auf der Welt haben dieses Gesetz anerkannt.
Deutschland gehört dazu.
Der Martins-Club Bremen fordert: Inklusion muss ein wichtiges Ziel bleiben.
Teil-Habe darf nicht nur vom Geld abhängen.
Teil-Habe bedeutet: Mitmachen und dazu-gehören in der Gesellschaft.
Die Vorstände fordern: Die Pläne sollen noch einmal überdacht werden.
Die Meinungen von betroffenen Menschen sollen stärker gehört werden.

Foto: Cosima Hanebeck
BREMEN (kobinet) Ein geleaktes Arbeitspapier der Bundesregierung relativiert die Arbeit des Martinsclub - das meinen Jessica Volk und Sebastian Jung vom Vorstand des Martinsclub Bremen. "Wir blicken mit großer Sorge auf das bekannt gewordene Arbeitspapier "Effizienter Ressourceneinsatz bei Leistungsgesetzen". Die darin formulierten Ansätze beschreiben einen tiefgreifenden Paradigmenwechsel: weg von individuellen Rechtsansprüchen und personenzentrierter Unterstützung, hin zu Standardisierung, Deckelung und vorrangiger Kostensteuerung. Leidtragende bei einer möglichen Umsetzung dieses Papiers wären vor allem unsere Nutzenden, Menschen mit Behinderung.", sagen sie.
Wie Jessica Volk und Sebastian Jung erklären so ist im Martinsklub jeder darum bemüht, jeder Menschen dazu zu befähigt, in allen Lebensphasen und Lebenslagen so selbstbestimmt wie möglich partizipieren zu können. Wenn Leistungen künftig stärker gedeckelt, Zugänge restriktiver gehandhabt und Unterstützungssettings vereinheitlicht werden, droht nach der Einschätzung beider Vorstämnde, die Selbstbestimmung verloren zu gehen. Fachlichkeit würde zunehmend unter Finanzierungsvorbehalt stehen.
Die Auswirkungen reichen jedoch nach ihren Worten weit über einzelne Träger hinaus. Eine Sozialpolitik, die in erster Linie auf Effizienz und Sparen ausgerichtet ist, verstärkt gesellschaftliche Ungleichheiten. Zusätzlich wird der Druck auf Beschäftigte im sozialen Bereich erhöht
„Besonders kritisch sehen wir“, so stellen Jessica Volk und Sebastian Jung fest, „dass damit zentrale Errungenschaften der letzten Jahre – insbesondere die Stärkung individueller Rechte und Selbstbestimmung – zurückgedreht werden. Wir sind stolz auf die Fortschritte, die wir in den letzten Jahrzehnten besonders in Bremen erzielen konnten. Mutige Entscheidungen, wie der strukturelle Abbau von Förderschulen und Wohnheimen führen zu zahlreichen Erfolgsgeschichten für selbstbestimmtes und unabhängiges Leben. Kurz gesagt für Inklusion.“
In der Inklusion sehen sie ihren gesellschaftlichen Auftrag und Leitgedanke ihrer Angebote. „Mit der Ratifizierung der UN-Behindertenrechtskonvention ist Inklusion in Deutschland ein erklärtes Menschenrecht. Ganz entschieden setzen wir uns dafür ein, dass Inklusion kein nachrangiges Ziel sein darf, das unter Haushaltsvorbehalt gestellt wird. Der Martinsclub steht für eine Gesellschaft, in der Teilhabe nicht ausschließlich vom Geld abhängig gemacht wird. Wir fordern daher, die vorgeschlagenen Maßnahmen zu überdenken und die Perspektiven der betroffenen Menschen sowie der Praxis stärker einzubeziehen.“ so die beiden Vorstände des Martinclubs Bremen.

Foto: Cosima Hanebeck
BREMEN (kobinet) Ein geleaktes Arbeitspapier der Bundesregierung relativiert die Arbeit des Martinsclub - das meinen Jessica Volk und Sebastian Jung vom Vorstand des Martinsclub Bremen. "Wir blicken mit großer Sorge auf das bekannt gewordene Arbeitspapier "Effizienter Ressourceneinsatz bei Leistungsgesetzen". Die darin formulierten Ansätze beschreiben einen tiefgreifenden Paradigmenwechsel: weg von individuellen Rechtsansprüchen und personenzentrierter Unterstützung, hin zu Standardisierung, Deckelung und vorrangiger Kostensteuerung. Leidtragende bei einer möglichen Umsetzung dieses Papiers wären vor allem unsere Nutzenden, Menschen mit Behinderung.", sagen sie.
Wie Jessica Volk und Sebastian Jung erklären so ist im Martinsklub jeder darum bemüht, jeder Menschen dazu zu befähigt, in allen Lebensphasen und Lebenslagen so selbstbestimmt wie möglich partizipieren zu können. Wenn Leistungen künftig stärker gedeckelt, Zugänge restriktiver gehandhabt und Unterstützungssettings vereinheitlicht werden, droht nach der Einschätzung beider Vorstämnde, die Selbstbestimmung verloren zu gehen. Fachlichkeit würde zunehmend unter Finanzierungsvorbehalt stehen.
Die Auswirkungen reichen jedoch nach ihren Worten weit über einzelne Träger hinaus. Eine Sozialpolitik, die in erster Linie auf Effizienz und Sparen ausgerichtet ist, verstärkt gesellschaftliche Ungleichheiten. Zusätzlich wird der Druck auf Beschäftigte im sozialen Bereich erhöht
„Besonders kritisch sehen wir“, so stellen Jessica Volk und Sebastian Jung fest, „dass damit zentrale Errungenschaften der letzten Jahre – insbesondere die Stärkung individueller Rechte und Selbstbestimmung – zurückgedreht werden. Wir sind stolz auf die Fortschritte, die wir in den letzten Jahrzehnten besonders in Bremen erzielen konnten. Mutige Entscheidungen, wie der strukturelle Abbau von Förderschulen und Wohnheimen führen zu zahlreichen Erfolgsgeschichten für selbstbestimmtes und unabhängiges Leben. Kurz gesagt für Inklusion.“
In der Inklusion sehen sie ihren gesellschaftlichen Auftrag und Leitgedanke ihrer Angebote. „Mit der Ratifizierung der UN-Behindertenrechtskonvention ist Inklusion in Deutschland ein erklärtes Menschenrecht. Ganz entschieden setzen wir uns dafür ein, dass Inklusion kein nachrangiges Ziel sein darf, das unter Haushaltsvorbehalt gestellt wird. Der Martinsclub steht für eine Gesellschaft, in der Teilhabe nicht ausschließlich vom Geld abhängig gemacht wird. Wir fordern daher, die vorgeschlagenen Maßnahmen zu überdenken und die Perspektiven der betroffenen Menschen sowie der Praxis stärker einzubeziehen.“ so die beiden Vorstände des Martinclubs Bremen.




