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Baden-Württemberg fördert innovative Inklusionsprojekte

Flagge Bundesland Baden-Württenberg
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Foto: Gemeinfrei, public domain

STUTTGART (kobinet) Insgesamt 25 innovative und nachhaltige Initiativen, die das gleichberechtigte Zusammenleben von Menschen mit und ohne Behinderungen voranbringen fördert die Landesregierung mit dem Programm "Impulse Inklusion". Sie stellt dafür rund 386.000 Euro zur Verfügung. Das gab Sozialminister Manne Lucha in Stuttgart bekannt. Das Land unterstützt in diesem Jahr Projekte von Selbsthilfeorganisationen, Kommunen, Initiativen und Vereinen, die von Menschen mit und ohne Behinderungen gemeinsam entwickelt, geplant und durchführt werden.

Die Projektförderung „Impulse Inklusion“ wurde erstmals 2013 aufgelegt. „Seither haben wir rund 340 Impulsprojekte mit fast 7,5 Millionen Euro gefördert. Damit tragen wir seit Jahren dazu bei, den Inklusionsgedanken stärker in der Gesellschaft zu verankern. Daran werden wir auch in Zukunft arbeiten“, stellte Minister Lucha in diesem Zusammenhang fest.

Eine Übersicht der in den vergangenen Jahren geförderten Projekte finden Sie auf der Projektseite „Impulse Inklusion“ sowie den Die Unterlagen zum Förderaufruf „Impulse Inklusion 2025“ sind auf dieser Internetseite nachzulesen.

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Ralph Milewski
11.12.2025 13:03

Es wirkt fast schon rührend, wie viel Mühe man sich gibt, Inklusion jedes Jahr neu zu erfinden. Man blättert durch die Liste der geförderten Projekte für 2025 und findet wieder das vertraute Bild. Ein Kaleidoskop aus Freizeitaktionen, Stadtführungen, Ferienprogrammen, Sportstunden, Theaterworkshops und Pop Up Kultur. Nett, bunt, aktiv und völlig folgenlos. Es sind Projekte, die entstehen, ein paar Wochen bestehen und dann verschwinden. Was bleibt, ist eine Pressemitteilung und das gute Gefühl, etwas getan zu haben.

Doch Inklusion entsteht nicht durch Events. Sie entsteht nicht, wenn man an einem Nachmittag ein Rätselspiel veranstaltet oder im Sommer ein Ferienprogramm öffnet. Inklusion entsteht genau dann, wenn man Barrieren abbaut und Rechte verankert. Wenn Schulen zugänglich werden, Behörden ihre Abläufe ändern, Kulturinstitutionen selbstverständlich öffnen und der Alltag nicht mehr als Ausnahme gestaltet werden muss. Kein einziges der geförderten Projekte berührt diese Realität. Keines verändert Strukturen. Keines schafft Verpflichtungen. Keines wirkt über den Moment hinaus.

Die Liste zeigt, wie tief die Logik der temporären Bespaßung verankert ist. Ein bisschen Begegnung für die Menschen mit Behinderung, ein bisschen Beruhigung für die Gesellschaft und schon nennt man es Fortschritt. Dabei handelt es sich nur um eine kurze Unterbrechung der eigentlichen Verhältnisse. Am Tag danach bleibt alles, wie es war. Die Barrieren sind dieselben, die Zuständigkeiten dieselben, die Ungleichheiten dieselben. Nur die Illusion ist erneuert, dass man mit kleinem Geld große Veränderungen erreicht.

Wer Inklusion ernst meint, kommt um die unbequemen Fragen nicht herum. Was wurde durch die Förderung dauerhaft verändert. Wo sind die Strukturen, die bleiben. Wo entsteht ein Recht statt einer Einladung. Die Antwort ist ernüchternd. Die Projektförderung produziert keine Inklusion, sondern das Gefühl von Inklusion. Und genau dieses Gefühl schützt die Strukturen, die sich seit Jahren weigern, sich zu bewegen.