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Komplettversagen von Bund und Ländern: Allein 1,2 Millionen fehlende Wohnungen in Westdeutschland

Verena Bentele
Verena Bentele
Foto: VdK Bayern

Berlin (kobinet) Allein in Westdeutschland fehlen nach einer Erhebung des Pestel-Instituts etwa 1,2 Millionen Wohnungen. Dieser Wohnungsmangel hat erhebliche wirtschaftliche und soziale Folgen. VdK-Präsidentin Verena Bentele unterstützt die Forderungen des Pestel-Instituts nach umfassender staatlicher Förderung des Wohnungsmarktes, mahnt aber an, diese an Bedingungen zu knüpfen: "Die heute veröffentlichten Zahlen zur Wohnungsnot in den alten Bundesländern bestätigen das strukturelle Komplettversagen von Bund und Ländern bei der kommunalen Daseinsvorsorge im Bereich Wohnen. Es hat inzwischen schwerwiegende wirtschaftliche Folgen, wenn Unternehmen beispielsweise keine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter finden, weil es keine bezahlbaren Wohnungen in der Nähe eines Arbeitsplatzes gibt. Aber auch die sozialen Folgen sind gravierend. Denn besonders Seniorinnen und Senioren finden keine adäquaten barrierefreien Wohnungen."

Dramatischer Mangel barrierefreier Wohnungen

Frühere Erhebungen des Pestel-Instituts belegten, dass in Deutschland mindestens zwei Millionen barrierefreie Wohnungen fehlen. Diese sind nach Ansicht von Verena Bentele unerlässlich, um Menschen mit Behinderungen ein Leben in den eigenen vier Wänden zu ermöglichen. Aber auch für Seniorinnen und Senioren hat der Mangel massive Auswirkungen. Anstatt sicher und bedarfsgerecht zu wohnen, müssen sie sich mit steilen Treppen, dunklen Bädern und versteckten Stolperfallen herumplagen.

Staatliche Förderung als alternativlose Lösung

„Eine umfassende staatliche Förderung des Wohnungsmarkts ist alternativlos angesichts vieler Millionen Betroffener – nicht nur von Arbeitenden, sondern auch von älteren Menschen, Menschen mit eingeschränkter Mobilität sowie allen, die nicht die Möglichkeit haben, mehr Geld auszugeben. Wenn wir ernst nehmen, was Würde, Teilhabe und gesellschaftlicher Zusammenhalt bedeuten, liegen die Lösungen auf der Hand. Zunächst sollte der geförderte Wohnungsbau massiv ausgeweitet werden und verbindlich barrierefrei sein. Nur barrierefreier Wohnungsbau ist sozialer Wohnungsbau. Des Weiteren müssen die Länder dafür sorgen, dass alle Neubauten von Mehrparteienhäusern barrierefrei gestaltet werden. Darüber hinaus braucht es verlässliche Finanzierungsprogramme auf Bundes- und Landesebene, die den Neubau und die Bestandssanierung für Menschen mit geringen und mittleren Einkommen unterstützen“, erklärte Verena Bentele.