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Berliner Verkehrsgesellschaft testet Durchsagen für mehr Achtsamkeit

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Berlin (kobinet) "Wer aktuell mit dem Bus in der Hauptstadt unterwegs ist, wird die neuen Durchsagen vielleicht schon einmal gehört haben. 'Bitte sei achtsam, vielleicht braucht jemand deinen Sitzplatz dringender', 'Bitte stehe auf, wenn jemand deinen Sitzplatz dringender braucht' oder 'Bitte halte dich fest, damit du sicher stehst' schalt es derzeit testweise aus den Lautsprechern", heißt es in einem Bericht von Berlin live auf den Sina Gebhardt von der Interessenvertretung Selbstbestimmt Leben in Deutschland (ISL) die kobinet-nachrichten aufmerksam gemacht hat. In Wien hatte die Rollstuhlnutzerin ähnliche Durchsagen gehört und freut sich nun, dass diese Durchsagen derzeit in den Berliner Bussen getestet werden.

„Im Rahmen des Europäischen Protesttags zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung testet die BVG seit heute in den Bussen drei verschiedene Ansagen auf Deutsch und Englisch“, berichtete auch die in Berlin erscheinende BZ am 3. Mai 2024. Und weiter heißt es dort: „Die Aktion läuft zunächst bis Ende Mai.“

Link zum Bericht der BZ vom 3. Mai 2024

Link zum Bericht von Berlin Live vom 6. Mai 2024

Natürlich hoffe Sina Gebhardt darauf, dass die neuen Durchsagen für mehr Achtsamkeit bei der Nutzung der öffentlichen Verkehrsmittel auf breite Zustimmung der Bevölkerung stößt. Denn als Rollstuhlnutzerin ist sie immer wieder darauf angewiesen, dass Mitreisende zur Seite rücken, damit sie einen guten und sicheren Stellplatz erreichen kann.

Durchsagen in Bussen und Bahnen sind neben dem Hinweis auf mehr Achtsamkeit immer wieder auch deshalb ein Thema, weil diese oft nicht verständlich oder verlässlich sind. Hier wartet Ottmar Miles-Paul vom Netzwerk Artikel 3 übrigens immer noch auf eine Antwort auf ein Schlichtungsverfahren des Bundesverkehrsministerium, das er letztes Jahr bei der Schlichtungsstelle des Bundes eingereicht hat. Denn, so findet der Behindertenrechtler, qualitativ gute und verlässliche Durchsagen gehören genauso zur Barrierefreiheit wie ein barrierefreier Zugang. Und diese Barrierefreiheit ist seit 1. Januar 2022 verpflichtend, sofern keine triftigen Gründe in den Nahverkehrsplänen geltend gemacht werden können.