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Kritik an Schichtwechsel-Show

Markus Walloschek
Markus Walloschek
Foto: privat

Erfurt (kobinet) Die Aktion der Werkstätten für behinderte Menschen unter dem Motto "Schichtwechsel" ist auch dieses Jahr nicht zuletzt wegen der Entlohnung mit durchschnittlich 226 Euro - also weit unter dem Mindestlohn - in Werkstätten und der geringen Vermittlungsquote von jährlich 0,35 Prozent auf den allgemeinen Arbeitsmarkt nicht ohne Kritik geblieben. Markus Walloschek aus Thüringen hat sich beispielsweise eindeutig zu der "Showaktion" geäußert und dabei auch den Ministerpräsidenten von Thüringen, Bodo Ramelow, kritisiert.



„Der Ministerpräsident Thüringens Bodo Ramelow möchte, wie die Staatskanzlei mitteilte, ‚Vorurteilen und Klischees über Werkstätten für Menschen mit Behinderungen aktiv begegnen und einen Einblick in die vielfältigen Leistungen der Werkstätten ermöglichen‘. Er hat sich dafür das Samocca-Café in Weimar ausgesucht, das unüblicherweise normale Arbeitnehmerrechte garantiert. Dass dies sonst fast ausnahmslos nicht der Fall ist, dürfte auch der ehemalige Gewerkschafter Ramelow wissen. Für alle Menschen, die es nicht wissen: die meisten Werkstätten bezahlen nicht mal den Mindestlohn. Die Produkte, die man bespielsweise auf dem Weihnachtsmarkt kaufen kann, bekommen kein Fairtrade-Siegel, wie etwa Produkte aus Afrika, um sicherzustellen, dass für deren Herstellung niemand ausgebeutet wurde. Außerdem: In Artikel 27 der UN-Behindertenrechtskonventionen steht eindeutig, dass eine Diskriminierung aufgrund einer Behinderung in allen Angelegenheiten von Beschäftigung und Beruf verboten sein sollte. Die Aktion ‚Schichtwechsel‘, bei der Menschen mit und ohne Behinderungen an einem Tag ihre Arbeitsplätze tauschen, kann man somit schlichtweg als ‚Verkaufsshow‘ von Werkstätten für behinderte Menschen ansehen“, schreibt Markus Walloschek auf der Internetseite der Piraten Thüringen.

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