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Ringveranstaltung: Was meint „inklusiver Arbeitsmarkt“?

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Hamburg (kobinet) Eine von Jürgen Homann geleitete digitale Ringveranstaltung unter dem Motto "Was meint 'inklusiver Arbeitsmarkt'? Beiträge zur Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft der (Erwerbs-)Arbeitsgesellschaft" bietet das Zentrum für Disability Studies und Teilhabeforschung ZeDiSplus der Evangelischen Hochschule für Soziale Arbeit und Diakonie Hamburg im Herbst an. Die Veranstaltungen finden jeweils dienstags von 18.30 bis 20.00 Uhr digital via Zoom statt, beginnend ab 24. Oktober 2023 mit einem Einführungsvortrag.



„Vor über 30 Jahren veröffentlichte Udo Sierck das Buch ‚Arbeit ist die beste Medizin, Zur Geschichte der Rehabilitationspolitik‘, das gängige Vorstellungen einer spezifisch bundesdeutschen Rehabilitationspolitik infrage stellte. Das Buch brach mit traditionellen Vorstellungen von ‚deutscher Arbeit‘ aus der Vergangenheit, die während der NS-Zeit in Praxen der Vernichtung durch Arbeit in den Konzentrationslagern gipfelte. Seit mittlerweile 14 Jahren ist in Deutschland die UN-Behindertenrechtskonvention (UN-BRK) in Kraft. In ihr verpflichten sich die teilnehmenden Staaten gemäß § 27 UN-BRK zur Schaffung eines ‚Inklusiven Arbeitsmarkts‘. Dennoch gibt es nach einer Meldung vom 27.06.23 des Deutschen Instituts für Menschenrechte Grund zur Besorgnis. Der Zugang zu einem offenen Arbeitsmarkt und die Überführung in reguläre Beschäftigungsverhältnisse stellen nach wie vor die größten Herausforderungen für von Behinderung betroffene Menschen dar. Es wird darauf hingewiesen, dass der ‚Artikel 27 bisher nicht umgesetzt [wurde]'“, heißt es in der Ankündigung der Ringvorlesung.

Die Ringveranstaltung lädt dazu ein, die Bedeutung eines „inklusiven Arbeitsmarkts“ aus einer erweiterten, menschenrechtlichen Perspektive retrospektiv und prospektiv zu hinterfragen. Dabei steht die UN-Behindertenrechtskonvention als Leitlinie im Fokus. Es werden Fragen zur Definition eines „inklusiven Arbeitsmarkts“ gestellt und historisch gewachsene Vorstellungen von Arbeit beleuchtet. „Die Veranstaltung betrachtet unterschiedliche Sichtweisen und Wertungen von Arbeit in unserer Gesellschaft sowie ein spezifisch deutsches Verständnis von Arbeit. Auch die zukünftige Entwicklung der Arbeitswelt und damit verbundene Herausforderungen werden diskutiert, um zukunftsfähige Arbeitsmodelle zu gestalten, die über rein wirtschaftliche Interessen hinausgehen. Bietet die UN-BRK gar die Chance, den alten Traum eines menschenrechtlich begründeten Anspruchs auf gute, sinnstiftende und existenzsichernde ‚Arbeit für Alle‘ zu verwirklichen?“ heißt es weiter in der Ankündigung.

Die Veranstaltung ist Teil des überhochschulischen Lehrangebots des Zentrums für Disability Studies (ZeDiS) der Evangelischen Hochschule für Soziale Arbeit und Diakonie (EH) und damit für Studierende aller Hochschulen gleichwie nichtstudierende Interessierte frei zugänglich. Die einzelnen Termine finden digital als Zoom-Webinar statt und werden von Schrift- und DGS-Dolmetscher*innen gedolmetscht.

Nach dem Einführungsvortrag am 24. Oktober steht die Veranstaltung am 7. November beispielsweise unter dem Motto: „Das Absurde hat einen Superlativ: ‚Werkstätten‘ und inklusiver Arbeitsmarkt“. Ulrich F. Scheibner, ehemaliger Geschäftsführer der Bundesarbeitsgemeinschaft der „Werkstätten“ und ehrenamtlicher Seniorberater im Sozialsektor aus Winsen a.d. Aller wird den Vortrag halten.

Link zum Programm und weiteren Infos zur Anmeldung