Menu Close

Wichtig, Potentiale nicht nur in Sonder-Situationen aufzuzeigen

Portraitfoto Jürgen Dusel sitzen, wießes Hemd, dunkler Anzug, erklärt mit den Handbewegungen
No body found to use for abstract...
Foto: Irina Tischer

Berlin (kobinet) Mehr als 200 Städte in Deutschland beteiligen sich derzeit am "Host-Town Programm" im Vorfeld der Special Olympics World Games, die am Samstag den 17. Juni in Berlin starten. "Dort sind die internationalen Athletinnen und Athleten zu Gast. Das ist eine große Chance, miteinander ins Gespräch zu kommen und voneinander zu lernen. Es ist wichtig, die Potenziale von Menschen mit Lernbeeinträchtigungen sichtbar zu machen und zu zeigen, dass gemeinsam Sport machen, Lernen, Arbeiten möglich ist – und zwar nicht nur in 'Sonder-Situationen'." Das machte der Behindertenbeauftragte der Bundesregierung, Jürgen Dusel, in einem Interview auf bundesregierung.de deutlich.



Im Interview äusserte sich Jürgen Dusel auch zum immer noch oft verwendeten und von vielen Betroffenen kritisierten Begriff „geistig behindert“. „Die Spiele werden uns zeigen, dass die Menschen mit Lernbeeinträchtigungen ihre eigenen Positionen haben und wir diese erfragen und berücksichtigen müssen. Das mache ich mit Blick auf die schon erwähnten Teilhabeempfehlungen. Oder auch was die Bezeichnung von ‚Menschen mit Lernbeeinträchtigungen‘ betrifft. Im Gesetz und in der deutschen Übersetzung der UN-Behindertenrechtskonvention heißt es ‚Menschen mit geistigen Beeinträchtigungen/Behinderungen‘. ‚Mensch zuerst e. V.‘, die Selbstvertretung der ‚Menschen mit Lernschwierigkeiten‘, fordert aber den Begriff ‚Menschen mit Lernschwierigkeiten‘. Deshalb habe ich zu Beginn dieses Jahres angefangen, mit Fachleuten in eigener Sache darüber zu sprechen, ob die Bezeichnung ‚geistige Behinderung‘ noch zeitgemäß ist. Sprache prägt unser Denken und schafft Realität.“

Link zum vollständigen Interview mit Jürgen Dusel auf bundesregierung.de