
Foto: Jennifer Rumbach
Erlangen (kobinet) Aktivistin, ehemalige Leistungssportlerin, Projektleiterin, Leseratte, Mutter dreier Kinder, Ehefrau – die Liste über Ina Fischer lässt sich beliebig weiterführen. Das Motto der Leiterin des Projektes Kommune Inklusiv in Erlangen lautet: "Ich wachse mit meinen Aufgaben und auch Rückschläge bringen mich voran.“ Diese Einstellung verleiht ihr den Mut, Bestehendes zu hinterfragen, die Kraft, Arbeit und Familie auf gelingende Weise zu verbinden und den Ehrgeiz, Dinge zu machen, bei denen sie aufgrund ihrer Erblindung vermeintlich beeinträchtigt ist, heißt es in einem Beitrag über Ina Fischer auf Facebook.
Ihren Elan bringt Ina Fischer als Projektleiterin auch in ihre Arbeit ein. Gemeinsam mit ihrem Team versucht sie Teilhabeeinschränkungen für möglichst viele Menschen abzubauen: „Wir wollen den Sozialraum inklusiv gestalten und wenden uns dafür an Politik und gesellschaftliche Akteur*innen“, erklärt die 47-Jährige. Dabei gehen sie vom weiten Inklusionsbegriff aus – dieser bezieht etwa ältere oder alleinerziehende Menschen mit ein. Schwerpunktmäßig konzentriert sich die Arbeit vor allem auf einsame sowie hörbehinderte oder gehörlose Personen.
„Ganz konkret haben wir zum Beispiel über 80 Induktionsanlagen in Erlangen-Höchststadt geprüft und die Betreibenden dafür sensibilisiert, wie sie funktionieren und wie wichtig sie für die Teilhabe von Menschen mit Hörbehinderung ist“, betont die Peer Beraterin. Am meisten am Herzen liegen ihr aber Sensibilisierungsaktionen wie der „Perspektivwechsel“, wenn sie in Schulen oder Einrichtungen geht und Barrieren in den Köpfen abbaut, wie es auf Facebook heißt.
Das Ende naht: Im Dezember legt das Projekt Kommune Inklusiv die Arbeit nieder, die Förderung endet. Ina Fischer verlässt das Projekt zwar mit einem weinenden Auge, das andere aber lacht und freut sich auf neue Ziele. Zum Beispiel Menschen mit Behinderung über ihre Rechte aufzuklären. Noch hält sich die Projektleiterin bedeckt, was genau das bedeutet, aber eines zumindest ist klar: Der „Perspektivwechsel“ wird weiterleben. Und damit auch ein Teil des Projekts „Kommune Inklusiv“ in Erlangen.




