Menu Close

Ernüchternde Zahlen zur Beschäftigung behinderter Menschen in Sachsen-Anhalt

Flagge Bundesland Sachsen-Anhalt
Flagge Bundesland Sachsen-Anhalt
Foto: gemeinfrei

Magdeburg (kobinet) In Sachsen-Anhalt erfüllten im Jahr 2021 lediglich 31,1 Prozent aller privaten Arbeitgeber die Beschäftigungspflicht behinderter Menschen. Bei den öffentlichen Arbeitgebern waren es einem Bericht des mdr zufolge 41,8 Prozent. Sachsen-Anhalt sei damit bundesweites Schlusslicht bei der Beschäftigung von schwerbehinderten Menschen. Diese Zahlen sind vor allem auch deshalb interessant, weil der Deutsche Bundestag am Donnerstag, den 20. April, voraussichtlich ein Gesetz zur Förderung eines inklusiven Arbeitsmarktes verabschieden wird. Die Zustimmung der Länder zu den vorgesehenen Regelungen scheint im Bundesrat nicht sicher zu sein.



„In keinem anderen Bundesland ist die Quote der schwerbehinderten Menschen im Berufsleben niedriger als in Sachsen-Anhalt. Das geht aus neuen Zahlen der Bundesagentur für Arbeit hervor. Demnach lag im Jahr 2021 der Anteil der Arbeitsplätze mit schwerbehinderten Menschen an allen Arbeitsplätzen – die sogenannte ‚Ist-Quote‘ – in Sachsen-Anhalt bei lediglich 3,3 Prozent. Damit ist Sachsen-Anhalt wie schon in den vergangenen zehn Jahren erneutes Schlusslicht aller Bundesländer“, berichtet der mdr.

„Die Zahlen sind ernüchternd. Im Vergleich zum Vorjahr ist die Beschäftigungsquote sogar um 0,1 Prozent gesunken. Diese Entwicklung kann uns auf keinen Fall zufriedenstellen. Wir sind seit rund zehn Jahren bundesweit das Schlusslicht. Damit kann man natürlich in keiner Weise zufrieden sein“, wird der Landesbehindertenbeauftragte von Sachsen-Anhalt, Christian Walbrach, im mdr-Bericht zu den aktuellen Zahlen zitiert.

Link zum Bericht des mdr

Ob es den Bundestagsabgeordneten gelingt, dem Gesetzentwurf der Bundesregierung noch mehr Zähne zu verleihen, damit der Arbeitsmarkt wirklich inklusiver wird, das wird sich bei der Debatte und Abstimmung am 21. April gegen 16:00 Uhr im Bundestag zeigen. Und auch das Verhalten der Länder im Bundesrat wird zeigen, ob die Politik wirklich an mehr Inklusion auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt interessiert ist.