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Recht haben heißt nicht immer Recht bekommen

Bernhard Sackarendt  und Dirk Swinke bei der Präsentation sozial“ ner Pressekonferenz im Niedersächsischen Landtag
Bei der Präsentation des „Schwarzbuch sozial“
Foto: SoVD-Landesverband Niedersachsen / Stefanie Jäkel

HANNOVER (kobinet) In Deutschland gibt es ein breites Sozialrecht, dass Hilfen und Unterstützungen für alle jenen garantieren soll, die der Hilfe bedürfen. Im wirklichen Leben ist Recht jedoch nicht nimmer ganz einfach zu bekommen sondern muss erstritten werden. In dem neu erschienenen "Schwarzbuch sozial" listet der Sozialverband Deutschland (SoVD) in Niedersachsen 20 solcher Fälle auf und dokumentiert damit gut die Ungerechtigkeiten welche täglich auf den Schreibtischen der Beraterinnen und Berater landen.

Das zeigt sich nach Erfahrung des Sozialverbandes besonders deutlich im Bereich Pflege. Hier haben die SoVD-Verfahren um mehr als ein Drittel zugenommen. „Insbesondere, wenn es um die Beantragung eines Pflegegrades geht, sind viele Betroffene überfordert“, so Bernhard Sackarendt, der Landesvorsitzender des SoVD in Niedersachsen. Hinzu komme, dass oftmals die abschließenden Entscheidungen des Medizinische Dienstes nicht nachvollziehbar seien, weil sie die jeweiligen Lebenssituationen nicht korrekt widerspiegeln und somit eine falsche Einstufung erfolgt.

Dass immer mehr Menschen auch mit gesundheitlichen Problemen zu kämpfen haben, belegen die „Schwarzbuch“-Fälle, aber auch die SoVD-Zahlen im Bereich der Erwerbsminderungsrente. „Die Verfahren zur Weitergewährung dieser Rente haben bei uns im vergangenen Jahr um mehr als 27 Prozent zugenommen“, erläutert Sackarendt. Das heißt: Die Betroffenen sind immer länger krank und können nicht arbeiten.

Aber die Palette der Probleme ist insgesamt recht breit. So muss der SoVD für einen fünfjährigen Jungen einen Reha-Buggy erstreiten, damit dieser am gesellschaftlichen Leben teilnehmen kann. Die Prüfung des Medizinischen Dienstes war in diesem Fall augenscheinlich nicht persönlich sondern nach Aktenlage erfolgt. Ein an Multipler Sklerose erkrankter Mann bekommt statt eines Treppenliftes den Rat, doch in eine Parterre-Wohnung umzuziehen. In anderen Beispielen wird der Pflegebedarf falsch eingeschätzt oder der Gesundheitszustand falsch beurteilt, was zum Verlust eines Pflegegrades führt.Das sind nur einige Beispiele aus diesem Schwarzbuch. Mehr darüber ist aus dem Schwarzvbuch zu erfahren, das unter diesem Link nachzulesen ist.

HANNOVER (kobinet) Kategorien Nachricht

Kurzlink des Artikels: https://kbnt.org/scfhnv3