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Westfalen-Lippe: 2.170 behinderte Menschen in 170 Inklusionsunternehmen

Textlogo LWL Für die Menschen, für Westfalen-Lippe
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Foto: LWL Landesverband Westfalen Lippe

Münster (kobinet) In Westfalen-Lippe gibt es zur Zeit 170 sogenannte Inklusionsunternehmen oder -abteilungen in größeren Firmen aus Industrie, Handel und Gewerbe, in denen rund 2.170 Menschen mit Behinderung auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt arbeiten. Damit stehe Westfalen-Lippe nach Informationen des Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) bundesweit an der Spitze. Zum Vergleich: Anfang 2008 gab es erst 57 Inklusionsunternehmen in Westfalen-Lippe, wie der LWL mitteilt.

Die Betriebe, die in der Regel zwischen 30 und 50 Prozent Mitarbeiter*innen mit Behinderung beschäftigen, sind rechtlich und wirtschaftlich selbstständig, sie werden aber vom Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) unterstützt. "Wir helfen auf diese Weise tagtäglich, die UN-Behindertenrechtskonvention umzusetzen, die sagt: Menschen mit Behinderung sollen die Möglichkeit haben, ihren Lebensunterhalt selbst durch eine Beschäftigung im allgemeinen Arbeitsmarkt verdienen zu können. Dazu sind Inklusionsunternehmen wichtige Bausteine", sagt LWL-Direktor Matthias Löb. "Unser Ziel ist die Inklusion - jeder soll die gleichen Chancen haben, am Leben in unserer Gesellschaft teilzunehmen. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit Behinderung gewinnen durch ihren Arbeitsplatz Selbstvertrauen, fühlen sich anerkannt und sind stolz darauf, selbst ihren Lebensunterhalt bestreiten zu können", so Löb.

Unter dem Strich gibt der LWL rund 13 Millionen Euro im Jahr für sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze von Menschen mit Behinderung in Inklusionsbetrieben aus. Dazu gehören regelmäßige Zahlungen als Nachteilsausgleich wie auch Investitionskostenzuschüsse. Um Nachteile der Beschäftigten mit Behinderung auszugleichen, erhalten Arbeitgeber*innen unter anderem Lohnkostenzuschüsse, die in der Regel bei 30 Prozent des Arbeitnehmerbruttolohns liegen. Für den besonderen Betreuungsaufwand am Arbeitsplatz bekommen die Unternehmen monatlich 210 Euro pro Mitarbeiter*in mit Behinderung.

"Eines ist aber klar: Wir als LWL schaffen keine Arbeitsplätze, wir können nur für verlässliche Rahmenbedingungen sorgen. Ich habe großen Respekt vor den Gründern, Eignern und Verantwortlichen der Inklusionsbetriebe. Sie gehen oft hohe wirtschaftliche Risiken ein und tragen ohne Bestandsgarantie alleine die unternehmerische Verantwortung. Das machen sie sehr gut - und dabei wollen wir sie weiter unterstützen", so LWL-Sozialdezernent Matthias Münning. "Inklusionsunternehmen sind ganz normale Betriebe, ihre Arbeitswelten sind mitten drin im Leben. Sie finden sich zum Beispiel in der Gastronomie, im Garten- und Landschaftsbau, in der Gebäudereinigung, bei Hausmeisterdiensten, bei Wäschereien, in der Zweirad-Produktion und in der industriellen Fertigung für die Automobilindustrie. Der Erfolg der Inklusionsbetriebe ist groß."

Hintergrund: Inklusionsbetriebe

Der LWL unterstützt die Inklusionsunternehmen mit Mitteln aus der Ausgleichsausgabe, die alle Unternehmen leisten müssen, wenn sie nicht mindestens fünf Prozent ihrer Arbeitsplätze mit Mitarbeiter*innen mit Behinderung besetzen. Die Inklusionsunternehmen bekommen Zuschüsse zu Investitionen, betrieblichem Mehraufwand, Betreuung und Lohnkosten. An der Finanzierung beteiligen sich auch die Bundesagentur für Arbeit, das Land Nordrhein-Westfalen sowie die Stiftung Wohlfahrtspflege NRW und die Aktion Mensch. Hinzu kommen Mittel des Bundes. Die Arbeitsplätze sind im Schnitt deutlich kostengünstiger als Plätze in den Werkstätten für Menschen mit Behinderung, wie der LWL mitteilt.

Münster (kobinet) Kategorien Nachricht

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