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Aktionstag: Tempo machen für Inklusion – barrierefrei zum Ziel

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Foto: Aktion Mensch

Bonn (kobinet) Am 5. Mai 2022 feiert der Europäische Protesttag zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung sein 30jähriges Jubiläum. Er wurde 1992 von der Interessenvertretung Selbstbestimmt Leben in Deutschland (ISL) zusammen mit dem Europäischen Netzwerk zum selbstbestimmten Leben behinderter Menschen (ENIL) initiiert und findet 2022 mit vielfältigen Aktionen im Zeitraum zwischen dem 23. April und 8. Mai statt. Darauf weist die Aktion Mensch hin, die den Protesttag auch dieses Jahr wieder koordiniert und durch Projektförderungen und Materialien unterstützt.

"Die letzten beiden "Corona“-Jahre haben alle Aktivist*innen vor besondere Herausforderungen bei der Durchführung ihrer Aktionen gestellt. Viele haben in den vergangenen Monaten neue Wege gesucht und gefunden, um sich für die Interessen von Menschen mit Behinderung stark zu machen. Trotz Abstandsregelungen oder Kontaktbeschränkungen haben sie/ihr/wir es geschafft, füreinander da zu sein und Aktionen und Projekte umzusetzen. Das ist auch 2022 wieder unser Ziel", heißt es vonseiten der Aktion Mensch. Seit 1998 hat es sich die Aktion Mensch zur Aufgabe gemacht, das Engagement rund um den 5. Mai unter einem Motto zu bündeln und die Initiativen zu unterstützen, um die größtmögliche Sichtbarkeit für die gemeinsamen Anliegen zu erreichen. "Deshalb unterstützen wir dich und deine Mitstreiter*innen auch 2022 rund um den Europäischen Protesttag. In diesem Jahr bündeln wir die vielen unterschiedlichen Aktionen unter dem Motto: 'Tempo machen für Inklusion –barrierefrei zum Ziel!' Der Aktionszeitraum ist vom 23. April bis 08. Mai 2022. Im Fokus stehen Barrierefreiheit und Mobilität: 'von A nach B barrierefrei'", teilte die Aktion Mensch mit.

"Die Aktion Mensch möchte dir ermöglichen, in deiner Stadt oder Kommune ein deutliches Zeichen für mehr Barrierefreiheit zu setzen. In einer Umfrage unter den Mitstreiter*innen 2021 waren im Zusammenhang mit Barrierefreiheit insbesondere auch die Wege und so genannten Anschlussketten zentrale 'Teilhabeverhinderer' im Alltag. Ab dem 1.1.2022 soll laut Personenbeförderungsgesetz (PBefG) der öffentliche Nahverkehr barrierefrei sein oder schnellstmöglich barrierefrei werden. Doch wie sieht die Realität aus? Decke Misstände auf und unterstütze Menschen mit Behinderung dabei, sich für ihre Rechte einzusetzen. Zeige der Öffentlichkeit zum Beispiel, wo es mit der Umsetzung von Teilhabemöglichkeiten und Barrierefreiheit hapert und wo Menschen mit Behinderung ausgeschlossen werden", so die Tipps der Aktion Mensch.

Die U-Bahn ist weitgehend barrierefrei, aber Rolltreppe und Fahrstuhl sind defekt? Rollstuhlfahrer*innen können nicht zum Supermarkt in der Nachbarschaft fahren, weil der Weg dorthin durch hohe Bürgersteige und fehlende Leitsysteme mit Einkäufen nicht zu bewältigen ist? Die Internetseiten für Online-Bestelldienste sind nicht nutzbar für Menschen mit einer Sehbehinderung oder kognitiven Einschränkungen? Ihr ärgert euch über noch mehr Barrieren im Alltag? Dann redet darüber und fordert Verbesserungen ein! Gemeinsam schafft ihr bei Menschen ohne Behinderung mehr Bewusstsein für die Probleme vor Ort und macht die lokal Verantwortlichen darauf aufmerksam. "Du willst etwas bewegen und hast gute Ideen, um Barrieren abzubauen? Hol dir Inspirationen und bestelle dir die Aktionsmittelpakete der Aktion Mensch", so der Appell der Aktion Mensch.

Aktionsmittel gibt es beispielsweise für die Ausstattung eines Aktionsstandes, einer Demonstration und/oder einer Barrieren-Checker*innen Tour. Die Basis-Ausstattung betsteht aus einem Aktions-Banner für einen Stand oder eine Demo, der Broschüre "30 Jahre Protesttag“ der ISL und Info-Flyer zu Barriere(freiheits-)fakten, Plakate, Aufkleber, Postkarten, kleines Barrieren-Quiz für Passant*innen, Stifte und Süßigkeiten. Broschüren und Quiz werden auch als Download auf der Webseite zur Verfügung gestellt. Eine Mustervorlage für eine Pressemitteilung hilft zudem dabei, Aktionen und Forderungen in den Medien zu platzieren.

In einer Umhänge-Tasche gibt's zudem ein Tourenbuch mit Anleitung und Checklisten für die Barriere-Checker*innen Tour durch den Ort. Je größer und vielfältiger die Gruppe, umso besser das Ergebnis. Mit einem Maßband können Lücken, Stufen und die Breite von Eingängen und andere Barrieren gemessen werden. Mit einem Warnaufkleber "Vorsicht - Barriere!“ (leicht ablösbar) und Kreide kann man kritische Stellen markieren. Mit einem Selfie-Stick und Schablonen für die Online-Dokumentation von Barrieren und auch von guten Lösungen kann man sein Erfahrungen mit einem grünen Daumen hoch und rotem Daumen runter in den sozialen Medien verbreiten. Wenn gar nichts mehr geht, hilft nur noch das Absperrband für die "ganz harten Fälle“ wie z.B. eine steile Treppe ohne Alternativrampe und der Aufzug, der schon lange defekt ist ohne Aussicht auf Reparatur. Das Tourenbuch kann man im Anschluss mit anderen Gruppen vergleichen, vielleicht macht man eine parallele Tour oder ein Wettrennen: Wer ist zuerst am barrierefreien Treffpunkt mit welchem Verkehrsmittel? Die Ergebnisse können auch direkt an die lokal Verantwortlichen übergeben werden, soweit die Ideen und Angebote der Aktion Mensch zum diesjährigen Protesttag.

Aktionsmittel bestellen und Förderung beantragen

"Wir stellen dir diese Aktionsmittel sehr gerne kostenlos zur Verfügung. Was wir dafür von dir brauchen? Bitte beschreibe bei deiner Bestellung aussagekräftig deine geplante Aktion. Alle Aktionsmittel können ab Ende Januar im Internet bestellt werden. Verschickt werden die Bestellungen ab Ende März in der Reihenfolge der Bestelleingänge. Vielleicht hast du bereits alle Helfer*innen beisammen und das Konzept für die Protestaktion steht fest – nur das Geld zur Umsetzung fehlt noch. Dann kannst du bei der Aktion Mensch eine finanzielle Förderung der Honorar- und Sachkosten bis zu einer Höhe von maximal 5.000 Euro ohne Eigenmittel beantragen. Alle Informationen findest du wie immer unter www.aktion-mensch.de/5mai", so das Angebot der Aktion Mensch für eine entsprechende Unterstützung der Aktionen.

Digitale Chancen durch Corona

Die Corona-Situation erschwert es, Veranstaltungen und Projekte zu planen. Aber gemeinsam stellen wir uns der Herausforderung. Es haben sich zum Beispiel auch viele neue digitale Möglichkeiten offenbart. Vielleicht sind beispielsweise Online-Workshops, -Lesungen, -Diskussionen oder andere Formate genau das Richtige für deine Zielgruppe? Du willst die Aufmerksamkeit für deine Aktion und den 5. Mai steigern? Dann poste Bilder, Storys und Videos in den sozialen Medien mit dem Hashtag #5mai und #OrteFürAlle, Du suchst Anregungen und brauchst Informationen etwa zur Umsetzung einer Online-Petition? Die Aktion Mensch hat hilfreiche Tipps im Internet unter https://www.aktion-mensch.de/was-du-tun-kannst/aktionstag-5-mai/tipps-fuer-deine-online-aktion.html zusammen gestellt.

Bonn (kobinet) Kategorien Nachricht

Kurzlink des Artikels: https://kbnt.org/sehjly4