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Rika Esser für rasche Umsetzung der Impfpflicht im Medizin- und Pflegebereich

Foto von Rika Esser
Foto von Rika Esser
Foto: GIZ

Wiesbaden (kobinet) Anlässlich des heute am 3. Dezember begangenen internationalen Tag der Menschen mit Behinderungen fordert die hessische Landesbehindertenbeauftragte, Rika Esser, eine rasche Umsetzung der Impfpflicht für alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Medizin- und Pflegeberufe. Denn eines der drängendsten Probleme behinderter Mitbürgerinnen und Mitbürger sei aktuell deren sehr hohes Infektionsrisiko in der vierten Corona-Welle.

"Menschen mit Behinderungen gehören überwiegend zu den vulnerablen Gruppen in unserer Gesellschaft“, erklärte Rika Esser. Sie führt in ihrer Pressemitteilung weiter aus, dass durch deren Vorerkrankungen das Risiko, einen schweren Covid-19-Verlauf zu erleiden, überdurchschnittlich hoch sei. Gleichzeitig könnten beispielsweise pflegebedürftige Menschen sich durch Selbstisolation nicht so leicht vor einer Infektion schützen. Ihr Pflegebedarf mache, so die Landesbeauftragte, die regelmäßige Interaktion mit einer häufig größeren Zahl von Personen notwendig. Zudem sei das Einhalten des Mindestabstandes während der pflegerischen Handlungen nicht möglich.

"Daher fordere ich die rasche Umsetzung der von der Bundesregierung angekündigten Impfpflicht für alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Medizin- und Pflegeberufen. Das Vorhaben darf nicht auf die lange Bank geschoben werden, da sonst wertvolle Zeit verloren geht“, sagte Rika Esser. Die Impfpflicht müsse sowohl für stationäre Einrichtungen wie auch für ambulante Dienste gelten. Sie dürfe nicht nur auf Krankenhäuser beschränkt werden. Dabei müsse die Impfpflicht Fach- und Hilfskräfte gleichermaßen einschließen. "Eine pflegebedürftige Person kann sich schließlich nicht einfach aussuchen, von wem sie gepflegt wird.“ Daher seien diese Menschen der hessischen Landesbeauftragten zufolge dem Virus gegebenenfalls schutzlos ausgeliefert. "Es wurde lange genug versucht, die Menschen mit Überzeugungsarbeit und Anreizen zum Impfen zu bewegen. Das hat jedoch nicht ausgereicht“, so Rika Esser.

Die von Seiten der Berufsverbände geäußerte Sorge, die Berufsgruppen verlören so dringend benötigte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, lässt die Landesbeauftragte nicht gelten: "Sollte sich eine ungeimpfte Person infizieren – und das wird früher oder später der Fall sein – fällt sie quarantäne- und krankheitsbedingt ohnehin länger aus oder erleidet sogar gesundheitliche Langzeitschäden.“ Zudem zeigten Beispiele aus anderen Ländern wie Frankreich, dass die Impfpflicht nicht zu einem Exodus der Pflegekräfte, sondern zur gewünschten Erhöhung der Impfquote geführt und somit Menschenleben gerettet habe.

Wiesbaden (kobinet) Kategorien Nachricht

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