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Kampf gegen Gewalt an Frauen verlangt mehr Engagement

Transparent: Gewalt ist nie privat
Gewalt ist nie privat
Foto: Weibernetz

BERLIN (kobinet) Die polizeiliche Kriminalstatistik verzeichnet für das Jahr 2019 unter anderem knapp 115 000 Fälle von Partnerschaftsgewalt gegenüber Frauen, 69 012 Fälle von vorsätzlicher einfacher Körperverletzung und 11 991 Fälle mit gefährlicher Körperverletzung. Das sind erschreckende Zahlen und in der Zeit der Corona Pandemie hat sich das Problem weiter verschärft. Die Bundesfrauensprecherin des Sozialerbandes Deutschland, Jutta König, fordert vor diesem Hintergrund deutlich mehr gesellschaftliches Engagement im Kampf gegen Gewalt an Frauen.

Im Jahr 2020 haben die Mitarbeiterinnen beim Hilfetelefon „Gewalt gegen Frauen“ 15 Prozent mehr Beratungen durchgeführt als noch im Jahr 2019. Trotzdem wird Gewalt an Frauen noch immer oft bagatellisiert oder ignoriert, kritisiert die Bundesfrauensprecherin des Sozialverband Deutschland (SoVD), Jutta König. Die Folge dessen ist, dass jede dritte Frau in Deutschland bereits physische oder sexualisierte Gewalt erfahren hat. Viele von ihnen sprechen aber aus Scham und Angst nicht darüber, weil ihnen das Gefühl vermittelt wird, dass sie eine Mitschuld tragen.

Um auf diesen Missstand aufmerksam zu machen, beteiligt sich der SoVD an der Mitmachaktion „Wir brechen das Schweigen“. Was nach Jutta Königs Worten gebraucht wird, das ist viel mehr Öffentlichkeit für dieses Thema. Betroffene Frauen müssen wissen, dass sie nicht allein sind und es Wege aus der Gewalt gibt. Bereits vor der Corona-Pandemie war es für betroffene Frauen eine große Herausforderung sich Hilfe zu suchen. Durch die Kontaktbeschränkungen der vergangenen Monate ist dieser Schritt noch schwieriger geworden. Um so wichtiger ist es, wie die SoVD-Bundesfrauensprecherin betont, dass auch die Familie, Freundinnen und Freunde sowie Nachbarinnen und Nachbarn wissen, an wen sie sich wenden können.

BERLIN (kobinet) Kategorien Nachricht

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