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Möglichkeit für Anhörungen zu sexuellem Missbrauch behinderter Menschen

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Foto: Susanne Göbel

Berlin (kobinet) Menschen mit kognitiven Beeinträchtigungen und Gehörlose, die in Einrichtungen der Behindertenhilfe leben oder arbeiten, gehören zu den am meisten gefährdeten Gruppen, wenn es um sexuellen Kindesmissbrauch geht. Frauen mit Beeinträchtigungen und Behinderungen sind zwei- bis dreimal häufiger von sexueller Gewalt durch Erwachsene in ihrer Kindheit betroffen, Männer sind ebenfalls häufig betroffen. Gleichzeitig werden Menschen mit Beeinträchtigungen bei konkreten Maßnahmen zur Bekämpfung des Problems oft übersehen. Die Unabhängige Kommission zur Aufarbeitung sexuellen Kindesmissbrauchs will die Erfahrungen und Forderungen dieser Gruppe stärker berücksichtigen und hat daher in Berlin ein Pilotprojekt gestartet.

Damit soll zunächst die Information über die Möglichkeit einer Anhörung in Werkstätten für behinderte Menschen und in Wohnheime zu den einzelnen betroffenen Menschen getragen werden. Dafür haben Anhörungsbeauftragte und Mitglieder der Kommission sich Beratung bei der "Mutstelle“ der Lebenshilfe geholt - an diese Stelle können sich auch jetzt schon Menschen mit Beeinträchtigungen wenden, die sexualisierte Gewalt erfahren haben. Die Fachberatungsstelle Wildwasser e.V. steht bereit, um Betroffene mit Beeinträchtigungen vor und nach einer Anhörung zu begleiten. Dokumente wurden in Leichte Sprache übersetzt, und Mitglieder der Kommission und Anhörungsbeauftragte haben sich mit Unterstützung von Expertinnen in eigener Sache und von Fachkräften intensiv auf diese Anhörungen vorbereitet, heißt es vonseiten der Kommission zum neuen Projekt.

"In den kommenden Monaten sollen zunächst Werkstätten der Eingliederungshilfe über das Projekt informiert werden - wenn die aktuelle Corona-Situation es erlaubt, auch durch aufsuchende Informationsarbeit. In einem zweiten Schritt will die Kommission auch die Gehörlosen Community ansprechen. Aus den Erfahrungen im Pilotprojekt sollen Schlussfolgerungen gezogen werden, um künftig auch bundesweit Menschen mit Beeinträchtigungen besser in die Arbeit der Kommission einzubeziehen", betont die Kommission.

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