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Kampagne: Leben mit außerklinischer Intensivpflege ist vielfältig

Plakat: Ich wähle selbst mit beatmetem Mensch
Plakat: Ich wähle selbst mit beatmeten Mensch
Foto: Think Tank GKV-IPREG

Berlin (kobinet) Im Oktober 2020 trat das Intensivpflege-und Rehabilitationsstärkungsgesetz – kurz "GKVIPReG“ in Kraft und am 19. November 2021 wird die "Richtlinie über die Verordnung außerklinischer Intensivpflege“ vom Gemeinsamen Bundesausschuss (GBA) verabschiedet. Beides betrifft schätzungsweise 27.000 Menschen in Deutschland. Um dafür in der Öffentlichkeit ein Bewusstsein zu schaffen, startete der seit letztem Jahr tätige GKV-IPReG ThinkTank, dem ca. 50 Vertreter*innen aus Selbsthilfe, Medizin, Wissenschaft, Medizintechnik, Pflege und Therapie angehören, die Kampagne "Leben mit außerklinischer Intensivpflege ist vielfältig“. Ab heute, den 2. November, werden dazu großflächige Plakate von authentischen Kindern und Erwachsenen bis zum 22. November 2021 in Bonn und Berlin zu sehen sein.

Einige der darauf Abgebildeten werden am Pressegespräch am 18. November von 16.00 – 18.00 Uhr im Hotel Adlon Kempinski, Unter den Linden 77, 10117 Berlin, Raum: Wintergarten teilnehmen.

Betroffen von den Neuregelungen seien vor allem Menschen in hohem Alter, die vielfach mehrere Erkrankungen haben, sich oft auch nicht mehr mitteilen könnten und in ihrer Autonomie sehr eingeschränkt seien. Für sie wurde dieses Gesetz nach Informationen des Think Tanks gemacht, wie viele Politiker*innen, die dafür gestimmt haben, auf Anfragen erklärten. Deshalb könnte eine stationäre intensivpflegerische Versorgung ihre intensivpflegerischen Bedarfe besser berücksichtigen. Daneben gäbe es jedoch Kinder und Jugendliche mit angeborenen, erworbenen oder fortschreitenden Erkrankungen (zum Beispiel SMA, SHT, Stoffwechselerkrankung u.a.), junge Erwachsene, die ein selbstbestimmtes Leben führen (zum Beispiel mit hohem Querschnitt oder Erkrankungen seit Kindesalter), Erwachsene mit fortschreitender Muskelerkrankung oder nach akuten Ereignissen (zum Beispiel ALS, nach Unfall oder Schlaganfall) und Betroffene ohne Beatmung, aber mit regelmäßig wiederkehrenden lebensbedrohlichen Krisen (zum Beispiel Anfallsleiden etc.).

"Schon diese Aufzählung zeigt, wie vielfältig diese Gruppe der Betroffenen ist, die außerklinische Intensivpflege benötigt! Wie müssen sich diese jungen Menschen fühlen, wenn sie beim Erreichen des Erwachsenenalters in eine stationäre Einrichtung ziehen müssen, in denen nicht mehr ansprechbare, hochbetagte multimorbide Menschen leben?" fragt der Think Tank in einer Presseinformation. "Sie alle haben ein Recht darauf, über ihr Leben selbst zu bestimmen, und vor allem über den Ort, an dem sie intensivpflegerische Unterstützung erhalten. Die UN-Behindertenrechtskonvention verbietet es, Menschen in eine bestimmte Wohnform zu zwingen. Doch das GKV-IPReG und die zu erwartende Richtlinie könnten für sie genau dies bedeuten: Aufgabe des gut funktionierenden privaten Versorgungssystems, Zerstörung des Familiengefüges, fremdbestimmte Alltagsgestaltung durch die Heimleitung. Ob die stationären Einrichtungen die anspruchsvolle Beatmungspflege überhaupt leisten können, ist übrigens nicht belegt."

Die Krankenkassen erwarteten sich durch das Gesetz erhebliche Kosteneinsparungen, weil in stationären Einrichtungen weniger Pflegekräfte mehr Betroffene versorgen könnten. Doch werde hier von Menschen ausgegangen, die aufgrund ihrer Hinfälligkeit nur noch im Bett liegen und nicht in der Lage sind, aktiv am gesellschaftlichen Leben teilzuhaben.

Weitere Informationen gibt's unter https://app.box.com/s/z1bzknnrqjb6jzlmnshndakhybqw764t

Die Veranstalter bitten um Anmeldung für das Pressegespräch unter E-Mail: [email protected]

Berlin (kobinet) Kategorien Nachricht

Kurzlink des Artikels: https://kbnt.org/sehiux5