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Online-Regionalkonferenz: inklusiv gestalten

Jürgen Dusel
Jürgen Dusel
Foto: Irina Tischer

Berlin (kobinet) Die inklusive Gestaltung von Stadträumen und Wohnungen leistet einen bedeutenden Beitrag für eine eigenständige Lebensführung von Menschen mit Behinderungen. Genauso bedeutsam ist zudem ein Arbeitsplatz, der auf ihre individuellen Bedürfnisse eingeht und Teilhabe am Arbeitsleben ermöglicht. Daher hatte der Beauftragte der Bundesregierung für die Belange von Menschen mit Behinderungen, Jürgen Dusel, für den 12. Mai gemeinsam mit der Bundesarchitektenkammer und der Bayerischen Architektenkammer zur Regionalkonferenz "Inklusiv gestalten - Arbeit und Inklusion" eingeladen.

Die Regionalkonferenzen "inklusiv gestalten“ gibt es seit fünf Jahren. Zur gestrigen Jubiläumsveranstaltung begrüßte Bundesarbeitsminister Hubertus Heil die Anwesenden mit einer Videobotschaft. Die Bayerische Staatsministerin für Familie, Arbeit und Soziales, Carolina Trautner, war online dazugeschaltet und beim Eröffnungstalk mit dabei. "Menschen mit Behinderungen begegnen vielen Hürden, wenn es um die gleichberechtigte Teilhabe am Arbeitsleben geht. Aber gerade bauliche Hürden lassen sich leicht verhindern: Indem auch gewerbliche Gebäude von Beginn an barrierefrei geplant werden, breite Türen, entsprechende Waschräume und WCs, Leitsysteme etc. Davon profitieren alle und es spart Kosten, weil nachträgliche Umbauten unnötig werden. Architektinnen und Architekten sollten sich ihrer Rolle als Multiplikatoren bewusst sein und die Auftraggebenden auch hierfür sensibilisieren“, so Jürgen Dusel.

"Für den normalen Zusammenhalt in unserer vielfältigen Gesellschaft muss es oberstes Ziel sein, Menschen mit Behinderungen stärker in den Arbeitsprozess zu integrieren, um echte Teilhabe zu ermöglichen“, erklärte Martin Müller, Vizepräsident der Bundesarchitektenkammer. "Mit einer pauschalen Barrierefreiheit ist dies häufig nicht zu erfüllen. Wenn ein Unternehmensziel die Inklusion ist, wird es dies auch für die Planenden sein. Die Architekten benötigten dafür vom Bauherrn genaue Informationen zur Beschäftigungsstruktur, um auf dessen Grundlage einfallsreiche und maßgeschneiderte Lösungen zu entwickeln.“

Christine Degenhart, Präsidentin der Bayerischen Architektenkammer, betonte: "Barrierefreiheit in Ausbildung und Berufstätigkeit heißt für Unternehmen ganz konkret auf die verschiedenen Bedürfnisse aktueller und zukünftiger Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter einzugehen. Gerade die Pandemie hat deutlich gezeigt, dass auch mobile Arbeitsangebote wie beispielsweise Homeoffice dazu beitragen können, die Arbeitskraft von eingeschränkten Personen noch stärker zu mobilisieren. Digitale Angebote und vor allem barrierefreies Planen und Bauen sind deshalb wertvolle Angebote für eine umfassende Teilhabe möglichst vieler. Davon profitieren letztendlich nicht nur alle Beschäftigten, sondern auch die Attraktivität des Unternehmens. Die Beratungsstelle Barrierefreiheit der Bayerischen Architektenkammer bietet deshalb auch Unternehmerinnen und Unternehmern ein breit gefächertes Erstberatungsangebot zu allen Fragen rund um die Barrierefreiheit und für mehr Inklusion.“

Coronabedingt fand die Veranstaltung als reines Online-Format statt. Die von der ZDF-Journalistin Katrin Müller-Hohenstein moderierte Veranstaltung richtete sich an Architektinnen und Architekten, an Stadtplanerinnen und Stadtplaner, an die Interessenvertretung der Menschen mit Behinderungen, aber auch an Auftraggebende aus Kommunen und der Wohnungswirtschaft sowie an interessierte Bürgerinnen und Bürger.

Berlin (kobinet) Kategorien Nachricht

Kurzlink des Artikels: https://kbnt.org/segiux4