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Corona-Warn-App wird erweitert

Grafik zur Corona-Warn-App
Corona-Warn-App erhält wichtige neue Fuktionen
Foto: Bundesregierung

Berlin (kobinet) Die Corona-Warn-App der Bundesregierung wird mit neuen Funktionen erweitert. Behinderte Menschen, die diese App nutzen, warten gespannt auf die angekündigten wichtigen Verbeserungen.

Eine Check-In-Funktion soll voraussichtlich in der kommenden Woche mit einem Update der App aktiviert werden. Dann kann ein QR-Code gescannt werden, bevor man sich für eine bestimmte Zeit in geschlossenen Räumen wie Geschäften, Restaurants oder Kirchen aufhält.

Wegen Sicherheitslücken steht dagegen die Luca-App weiter unter Kritik. Der Chaos Computer Club bezeichnet sie als Steuer-Millionengrab. Zehn Bundesländer haben bereits mehr als 20 Millionen Euro investiert, Berlin allein 1,2 Millionen.

"Die Tatsache, dass die Luca-App nicht barrierefrei nutzbar ist, zeigt auf's Neue wie dringend wir in Deutschland ein gutes und umfassendes Barrierefreiheitsrecht brauchen - und zwar schnell. Vor allem, weil diese durch staatliche Mittel gefördert wird, ist es ein Skandal, dass die Barrierefreiheit wieder einmal vergessen wurde. Im Gegensatz dazu habe ich als Sehbehinderter bisher gute Erfahrungen mit der Corona-Warn-App gemacht. Es geht also auch anders", erklärte Ottmar Miles-Paul, der Sprecher der LIGA Selbstvertretung.

"Für uns als Blinde beziehungsweise Sehgeschädigte hat die Corona-Warn-App den großen Vorteil, dass sie von Anfang an barrierefrei angelegt war", so Heiko Degenhardt. "Probleme, die es gab, wurden – soweit ich das als einfacher Anwender beurteilen kann – ziemlich schnell und gut behoben. In dieser Hinsicht finde ich die Entwicklung vorbildhaft. Die CWA kann, wie ich finde, auch nur ein Hilfsmittel bei der Bekämpfung der Pandemie sein. Aber wenn jetzt endlich auch die (von Experten schon sehr lange geforderte) Cluster-Erkennung eingebaut ist, wird dieses Hilfsmittel noch mal wirkungsvoller."

Die Gesellschaft könne vielleicht aus der ganzen Geschichte mit CWA und Luca lernen, meint der in der IT-Branche tätige Mann aus Leipzig, "dass technische Hilfsmittel wichtig und nützlich sein können, wenn sie für möglichst viele Teile der Gesellschaft einsetzbar sind." Das schließe Menschen mit Behinderungen genau so ein wie solche, die kein Smartphone haben wollen oder können. Neben der leichten Bedienbarkeit und dem Open-Source-Ansatz sei für ihn auch die starke Beachtung der Privatsphäre ausgesprochen wichtig. Datenschutz müsse nämlich kein Hemmschuh für technischen Fortschritt sein.

Mehr als 27 Millionen Mal wurde die Corona-Warn-App heruntergeladen. In den vergangenen vier Wochen haben 79.000 Nutzerinnen und Nutzer ihre Kontakte über ein positives Testergebnis gewarnt.

Nun wird sie im Kampf gegen die Pandemie noch einmal kräftig aufgerüstet. Bei der Entwicklung der Clustererkennung wurde auch der sozialdemokratische Gesundheitsexperte Karl Lauterbach einbezogen. Der Arzt und Epidemiologe hat sich schon lange für diese Zusatzfunktion ausgesprochen.

Demnächst können Schnelltests an die App übertragen werden. Künftig soll auch ein digitales Impfzertifikat in der App angezeigt werden, das Auskunft über einen vollständigen Impfschutz gibt.

Berlin (kobinet) Kategorien Bericht

Kurzlink des Artikels: https://kbnt.org/sgiuw15