Werbung:
Banner Fotos für die Pressefreiheit 2020
Cartoon Phil Hubbe Ausschnitt Rolli liest kobinet
Springe zum Inhalt

Höchste Zeit zum Wellenbrechen

Ottmar Miles-Paul
Ottmar Miles-Paul
Foto: Franziska Vu - ISL

Kassel (kobinet) Dass es höchste Zeit ist, die neue Welle der Corona-Pandemie in Deutschland zu brechen und soweit wie möglich direkte Kontakte zu anderen Menschen zu reduzieren, zeigen u.a. neuesten Zahlen des Robert-Koch-Instituts. Im Laufe des gestrigen Tages haben sich 15.352 Menschen in Deutschland neu mit dem Virus infiziert, so dass derzeit ca. 180.000 Menschen in Deutschland aktiv an Covid-19 erkrankt sind. Auch mit den 130 coronabedingten Todesopfern im Verlauf des gestrigen Tages sind wir bei der täglichen Zahl der Toten leider wieder dreistellig. Grund genug für kobinet-Redakteur Ottmar Miles-Paul zum aktiven Wellenbrechen aufzurufen.

Kommentar von kobinet-Redakteur Ottmar Miles-Paul

Seit gestern, dem 2. November, gelten neue Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie vorerst bis Ende November, die uns auf's Neue in diesem ohnehin schon sehr anstrengenden Jahr herausfordern. Obwohl viele die zweite Welle der Pandemie mit den hohen Infektionszahlen, die wir derzeit haben, vorausgesagt hatten, haben wir insgeheim doch gehofft, dass es nicht so schlimm kommt. Und plötzlich sind wir fast wieder da, wo wir im März waren. Natürlich haben viele Menschen allen Grund an den neuen Regeln zu verzweifeln, bzw. für sie schwer nachvollziehbare Regelungen in ihrem Bereich anzuzweifeln und zu beklagen. Auf der anderen Seite geht es mittlerweile verstärkt wieder um Leben und Tod, um gesund oder krank. Daher war die Überschrift, die kobinet-Redakteur Franz Schmahl nach der Verkündung der neuen Maßnahmen durch Bundeskanzlerin Angela Merkel letzte Woche gewählt hatte, mit "Hart, aber richtig" gut gewählt.

Denn gerade Menschen, die anfälliger für schwere Folgen im Falle einer Infektion sind, blicken derzeit mit großer Sorge auf die vielen Nachrichten, die uns wieder beschäftigen. Steigende Infektionszahlen, nicht nur hierzulande, Berichte über die geringer werdenden Kapazitäten in Krankenhäusern und beim Pflegepersonal, bis hin dass das Wort "Triage" verstärkt in den Meiden auftaucht, machen große Sorgen. Denn die Aussicht darauf, dass man in der Bewertung, wer bei knappen Ressourcen nicht oder schlechter behandelt wird, bietet allen Grund zur Sorge. Selbst, wenn Patient*innen vom Heimatort weg in andere Krankenhäuser verlegt werden müssen, weil Kapazitäten vor Ort ausgeschöpft sind, ist das für niemand angenehm, von seinen Angehörigen und Freunden noch weiter weg zu sein. Auch die Frage, ob dringend nötige Behandlungen bzw. Operationen mit der wachsenden Auslastung der Krankenhäuser wie geplant durchgeführt werden können, bereitet große Sorgen für viele.

Man kann in diesen Tagen also die Zahlen drehen, wie man will, man kann auch darüber diskutieren, welche Maßnahmen wie lange angemessen sind, aber bei der Gesundheit bzw. beim Kampf um Leben und Tod hört vieles auf - wenn man sich bemüht, sich wenigstens ein bisschen in die Menschen hinein zu versetzen, die derzeit in Krankenhäusern liegen oder einen positiven Test bekommen haben und darum bangen, wie es nun weitergeht und welche Auswirkungen das konkret haben könnte.

Also, geben wir unser Bestes beim Wellenbrechen und halten uns an die Vorschriften.

Kassel (kobinet) Kategorien Nachricht

Kurzlink des Artikels: https://kbnt.org/sdhjnu7

1 Lesermeinung
Neueste
Älteste
Inline Feedbacks
Alle Lesermeinungen ansehen
Reigbert
03.11.2020 13:28

Lieber Herr Miles-Paul,
ich stimme Ihrem Kommentar voll und ganz zu! Es ist sehr zu wünschen, dass die von der Bundesregierung beschlossenen Maßnahmen und Kontaktbeschränkungen jetzt schnell wirken und dass sich möglichst viele oder besser alle Menschen daran halten. Sonst schlittern wir in eine Katastrophe. Bundeskanzlerin Angela Merkel hat gestern in ihrer Pressekonferenz wiederholt, was ich schon am 26.4.2020 in meinem Artikel „Gedanken zum Coronavirus, Teil 2“ in den kobinet-Nachrichten geschrieben habe: Rund 30% der deutschen Bevölkerung gehören aufgrund ihres Alters oder einer Behinderung zur so genannten „Risikogruppe“. Und die gilt es besonders zu schützen. Aber der Leiter der Intensivmedizin am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE), Professor Dr. Kluge (Nomen est Omen!), hat heute gegenüber der Presse betont, dass auf den Intensivstationen vermehrt jüngere COVID-19-Patienten eingeliefert werden! Das sollte sich möglichst schnell herumsprechen.