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Europa: Würde älterer Menschen nicht weiter missachten

Bild von Katrin Langensiepen
Bild von Katrin Langensiepen
Foto: Andi Weiland | andiweiland.de

Hannover (kobinet) Zum heutigen internationalen Tag der älteren Menschen am 1. Oktober fordert Katrin Langensiepen, Grüne Europaabgeordnete und Vize-Vorsitzende des Sozialausschusses, dass Europa die Würde älterer Menschen nicht weiter missachten darf. Im Sozialausschuss des Europaparlaments wird derzeit ein Bericht zum Thema "Das Altern des Alten Kontinents – Chancen und Herausforderungen im Zusammenhang mit der Politik betreffend das Altern in der Zeit nach 2020“ erarbeitet.

https://www.europarl.europa.eu/doceo/document/EMPL-PR-657302_EN.html?redirect

"Altersarmut, Pflegenotstand, Einsamkeit, Diskriminierung, Ausgrenzung - als junger Mensch möchte man sich das Leben im Alter gar nicht erst vorstellen. Denn vom 'würdevollen Altern' ist die EU leider noch weit entfernt. Die Corona-Pandemie hat uns die katastrophalen Konsequenzen der unterfinanzierten Pflegeversorgung in der EU nochmals brennglasartig vor Augen geführt. Anfang des Jahres ereigneten sich in der EU die Hälfte der Coronavirus-Todesfälle in Pflegeheimen. BewohnerInnen wurden zwangsisoliert und somit ihrer Freiheit beraubt. Manchen wurde sogar die medizinische Hilfe verweigert und sie wurden ihrem Schicksal so selbst überlassen. In Madrid kamen Krankenwagen gar nicht erst zu den Altersheimen und in vielen EU-Staaten wurden ältere Menschen Opfer von 'Triage'. So wurden beispielsweise Menschen über 80, teilweise auch schon ab 70 Jahren, in überlasteten Krankenhäusern in Frankreich nicht mehr beatmet. Das sind Zustände, die klar gegen die Menschenrechte verstoßen und teilweise immer noch herrschen", erklärte Katrin Langensiepen.

Statt die Augen vor diesem Problem zu verschließen, brauchten wir nach Ansicht der Europaabgeordneten der Grünen dringend politisches Handeln der EU-Mitgliedstaaten. "Eine alternde Bevölkerung stellt heute eine der größten Herausforderungen dar, mit denen die EU konfrontiert ist. In erster Linie muss sich die Pflegesituation verbessern. Um Ausgrenzung zu vermeiden, muss Pflege in die Gemeinschaft verlagert werden. Dafür müssen Pflegekräfte, Assistenten und Angehörige stärker staatlich unterstützt und entlastet werden. Zudem muss sich die öffentliche Infrastruktur an die Bedürfnisse älterer Menschen anpassen. Wohnen und Service-Leistungen müssen vollständig barrierefrei werden. Auch der Diskriminierung auf dem Arbeitsmarkt und im Gesundheitswesen muss aktiv entgegengewirkt werden. Jetzt ist der Zeitpunkt, diese Maßnahmen in Angriff zu nehmen“, betont Katrin Langensiepen.

Hannover (kobinet) Kategorien Nachricht

Kurzlink des Artikels: https://kbnt.org/saosw50

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