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Inklusion: Keine Wahlmöglichkeit, sondern Menschenrecht

Im Bonner Hofgarten am 5.5.2019
Im Bonner Hofgarten am 5.5.2019
Foto: Susanne Göbel

BONN (KOBINET) "Inklusion ist keine Wahlmöglichkeit, sondern ein Menschenrecht", dies war eine der zentralen Aussagen beim 1. Jugendaktionscamp der Aktion Mensch in Bonn, das am Sonntag mit einem Protestmarsch zum Münsterplatz und einer Kundgebung zu Ende ging. Mehr als 100 Jugendliche aus ganz Deutschland sowie Unterstützer*innen aus der Region zogen am Europäischen Protesttag zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung durch die Bonner Innenstadt, um ihren Forderungen nach mehr Inklusion in der Gesellschaft Gehör zu verschaffen.

"Wir möchten eine barrierefreie und vorurteilsfreie Arbeitswelt." "Wir möchten, dass Schulen so gut ausgestattet werden, dass inklusive Bildung möglich ist." "Wir brauchen mehr bezahlbare barrierefreie und rollstuhlgerechte Wohnungen" lauten einige der Forderungen, die die Jugendlichen auf einer nachgebildeten Raumkapsel angebracht hatten. Damit auch die Politik sich stärker für das Thema engagiert, überreichte Inklusionsbotschafterin Joscha Röder die gesammelten Botschaften an Dr. Joachim Stamp, stellvertretender NRW-Ministerpräsident und Landesminister für Kinder, Familie, Flüchtlinge und Integration. "Jeder hat das Recht, nach seinen Begabungen und in seinem Tempo zu lernen, zu arbeiten und zu leben. Liebe Politiker, ihr seid es uns schuldig geblieben, die Voraussetzungen dafür zu schaffen – macht endlich Eure Hausaufgaben!", so die 15-Jährige. Vor zahlreichen Zuschauern versprach Landesminister Stamp, mit den Aktivisten im Gespräch zu bleiben: "Mir ist wichtig, dass das Engagement der Jugendlichen auch ernst genommen wird. Deshalb lade ich die Camp-Teilnehmer zum Gegenbesuch zu mir ins Ministerium nach Düsseldorf ein, um gemeinsam zu besprechen, was man verbessern kann. Das am grünen Tisch zu überlegen, reicht nicht aus – wir müssen die Sicht der Betroffenen hören." Unterstützung kam auch aus Berlin vom Bundesbehindertenbeauftragten Jürgen Dusel: "Macht was los, protestiert, seid laut, steht für eure Rechte ein", lautete sein digitaler Gruß an die Camp-Teilnehmer*innen.

Auf dem dreitägigen Jugendaktionscamp engagierten sich die Jugendlichen mit und ohne Behinderung unter dem Motto "#MissionInklusion – Die Zukunft beginnt mit Dir" in verschiedenen Workshops. Eine Projektwerkstatt, ein Open Space Bereich und ein Digital Tool Lab boten viele Möglichkeiten zum Austausch und der Entwicklung neuer Ideen. Dabei wurde unter anderem ein Prototyp für einen flexiblen Getränkehalter für Rollstühle entwickelt, der auch gleich nach Ausdruck am 3D-Drucker getestet wurde. Christina Marx, Leiterin der Aufklärung der Aktion Mensch sagte dazu: "Unser Camp hat gezeigt, dass Inklusion ein wichtiges Thema für junge Menschen ist. Sie haben nicht nur sehr genaue Vorstellungen darüber, wie ein besseres Miteinander in der Gesellschaft funktionieren kann, sie wollen sich auch mit konkreten Projekten dafür engagieren."

Weitere Informationen zum Jugendaktionscamp gibt's unter www.aktion-mensch.de/presse