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Bundesteilhabegesetz verunsichert

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MüNCHEN (KOBINET)

MüNCHEN (KOBINET) Für viele Betroffene ist das Bundesteilhabegesetz (BTHG) und seine bayerische Umsetzung, das Bayrische Teilhabegetz (BayTHG) nach wie vor eine black box: Sie wissen nicht, welche Folgen die neuen Regelungen, deren Einführung sich teils noch bis 2020 hinzieht, für sie im Alltag haben werden.



So beklagen Menschen mit Behinderung, dass ihnen trotz der neuen ergänzenden unabhängigen Teilhabeberatungsstellen nicht genug Informations- und Beratungsmöglichkeiten zur Verfügung stehen. Zudem liegen die Gesetze nicht in allen Kommunikationsformen vor, die angesichts der unterschiedlichen Behinderungen nötig sind.

Große Sorgen macht die Zukunft der Versorgung von schwerst mehrfach behinderten Menschen. Viele Menschen mit Behinderungen befürchten, in fortgeschrittenem Alter oder bei zunehmender körperlicher Pflegebedürftigkeit ins Altenheim umziehen zu müssen, dort aber nicht die passende Versorgung und Umgebung zu finden.

Verunsicherung bereitet auch das neue „Bedarfsermittlungsinstrument“, mit dem Behinderung festgestellt werden soll. Betroffene argwöhnen, dass ihnen die vom Gesetzgeber zugesicherten besseren und individuelleren Hilfemöglichkeiten dann aus Kostengründen doch verweigert werden.

Insgesamt bemängeln die Betroffenen auch eine zu geringe Beteiligung an den Beratungen über Formulierung und Umsetzung von BTHG und BayTHG. Um dies zu verändern und die Menschen mit Behinderung selbst zu Wort kommen zu lassen, bereitet die Bezirksarbeitsgemeinschaft der Behindertenvertretungen in Mittelfranken eine entsprechende Veranstaltung vor, die am 25. Juli 2018 in Nürnberg stattfinden soll.