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Wahlkampfthema Inklusion

Angela Merkel
Angela Merkel
Foto: Rolf Barthel

HANNOVER (KOBINET) Kurz vor der Landtagswahl in Niedersachsen hat sich Bundeskanzlerin Angela Merkel in die Debatte über den  gemeinsamen Unterricht junger Menschen mit und ohne Behinderungen eingeschaltet. "Inklusion darf nicht über alles gesetzt werden", zitierte die Hannoversche Allgemeine aus einem Interview, mit dem die CDU-Vorsitzende die kontroverse Diskussion befeuerte. Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) meint dagegen, dass die Probleme beim gemeinsamen Lernen von Kindern mit und ohne Behinderung an Schulen in Niedersachsen bald gelöst sein werden. Inklusion werde immer leichter, so Weil heute gegenüber der Presse.

Niedersachsen stellt gerade 650 Inklusionsfachkräfte ein, darunter Sozialpädagogen, Logopäden und Ergotherapeuten. Weitere würden folgen. Niedersachsen hat die Ausbildungszahlen für Sonderpädagogen verdoppelt, beschreibt der Ministerpräsident die Inklusionsbemühungen der rot-grünen Regierung. Der ging die knappe Mehrheit im Landtag verloren, weil eine grüne Abgeordnete zu den Christdemokraten überlief.

Angela Merkel hat sich im Bundestagswahlkampf so gut wie gar nicht um die Belange behinderter Menschen gekümmert, bemerkten Kritiker. Nun warnte sie vor einer Überstürzung bei der Inklusion, um Weils Herausforderer Bernd Althusmann am 15. Oktober den Rücken zu stärken. Der CDU-Spitzenkandidat will ein Moratorium bei der Inklusion und die Förderschulen erhalten.