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FRANKFURT A.M. (KOBINET)
FRANKFURT A.M. (KOBINET) Die Jusos Südhessen zeigen am 18. Oktober den Inklusionsfilm "Ich. Du. Inklusion." im Frankfurter Barrierekino "Harmonie". "Inklusion – Ja! Aber wie? Filmvorführung und Diskussion", heißt es in der Einladung der SPD Jugendorganisation. Jedoch ist weder das Kino noch die Gaststätte, in der anschließend über die Inklusion öffentlich diskutiert werden soll, barrierefrei zugänglich.
„Viel sollte erreicht werden. Doch was passiert, wenn Anspruch auf Wirklichkeit trifft?“, schreibt Alexandra Schneider seitens des Juso Bezirksvorstands dazu. Mittlerweile sei die Kritik groß. Doch nicht die Inklusion selbst, sondern die Art und Weise ihrer Realisierung stehe im Kreuzfeuer.
Doch über Inklusion öffentlich zu diskutieren reicht nicht, wenn man behinderte Menschen ausschließt. Ein Blick in den Online-Stadtführer der Stadt Frankfurthätte gereicht, um festzustellen, am Eingang des Kinos „Harmonie “ gibt es 2 Stufen in Höhe von jeweils 19 cm. Für Rollstuhlfahrer (insbesondere mit Elektrorollstühlen) ist diese Barriere am Eingang nicht überwindbar. Die Toiletten sind ebenfalls nicht barrierefrei. Überdies ist der Kinosaal im 1. OG nur über eine Treppe mit 27 Stufen (jeweils 16 cm hoch) zu erreichen. Die anschließende Podiumsdiskussion findet statt im Gasthaus „Lokalbahnhof“. Und auch hier ist zu erfahren: „Keine Eignung für Rollstühle. Eingang: Stufe ist höher als 7 cm („eine Hand breit“). Räume: die wichtigsten sind nicht stufenlos erreichbar. Toiletten: nicht rollstuhlgerecht.“ Über Audiodeskription des Films und Untertitelung ist ebenso wenig zu erfahren wie über Simultanübersetzung der Diskussionsveranstaltung in Gebärdensprache.
Auf eine Nachfrage der kobinet-nachrichten antwortete der Juso Bezirksvorstand Südhessen leider nicht. „Harmonie“ heißt zwar das Kino, aber harmonisch geht anders als Inklusion ohne Behinderte. Dumm gelaufen. Inklusion funktioniert nicht ohne Behinderte, aber vielleicht ohne SPD.




